Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan trifft am heutigen Dienstag zusammen mit sechs Ministern zu seinem Besuch in Teheran ein. Am Vortag hat er überraschend noch den stellvertretenden saudischen Kronprinzen empfangen.
ARCHIV - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist am Mittwoch in Teheran eingetroffen. Mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani wird er unter anderem das umstrittenen Kurdenreferendum in Nordirak sowie die jüngsten Entwicklungen im Syrien-Konflikt besprechen. Laut iranischen Medien sollen auch neue Wirtschaftsprojekte vereinbart werden. Das iranische Außenministerium nannte den Besuch den Beginn einer neuen Ära der bilateralen Beziehungen. Erdogan wird auch Irans obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, treffen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist im Rahmen seines offiziellen Besuches in Teheran am Dienstag mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani zusammengetroffen. Der Webseite des türkischen Präsidentenamtes zufolge wird Erdoğan, der auf Einladung Rouhanis den Iran besucht, sowohl diesen als auch den Obersten Führer des Landes, Ali Khamenei, treffen. „Während des Besuchs werden die bilateralen Beziehungen in all ihren Dimensionen erörtert“, heißt es in einer Erklärung, „und es wird auch einen Austausch über regionale und internationale Fragen geben.“

Erdoğan wird von insgesamt sechs Ministern des Kabinetts von Premierminister Ahmet Davutoğlu begleitet, so werden Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi, Zoll- und Handelsminister Nurettin Canikli, Energieminister Taner Yıldız, Kultur- und Tourismusminister Ömer Çelik und Entwicklungsminister Cevdet Yılmaz mit von der Partie sein.

Der Besuch wird überschattet von gestiegenen Spannungen zwischen Ankara und Teheran in den letzten Wochen sowie von der von Saudi Arabien geführten militärischen Intervention gegen die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen. In der Vorwoche hatten iranische Parlamentarier eine Absage des Staatsbesuchs verlangt, nachdem Erdoğan dem Iran vorgeworfen hatte, dieser wolle „die Region dominieren“.

Besuch des saudischen Prinzen nicht im Vorfeld angekündigt

Obwohl der Iran seit Jahren harten Sanktionen ausgesetzt ist, pflegen Ankara und Teheran intensive Wirtschaftsbeziehungen. Der Iran ist zweitgrößter Gasversorger der Türkei und liefert jährlich etwa zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas an türkische Abnehmer. Politisch und diplomatisch ist das bilaterale Verhältnis hingegen eher angespannt, nicht zuletzt auf Grund der Meinungsverschiedenheiten mit Blick auf den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien.

Vor seiner Abreise hatte Erdoğan am Montag noch den stellvertretenden saudischen Kronprinzen und Innenminister Prinz Mohammad bin Nayef al-Saud zu einer mehrstündigen Unterredung empfangen. Dieser Besuch war zuvor nicht auf der Präsidentenwebseite angekündigt worden. Der Prinz war am Montag begleitet von einer Delegation mit seinem Privatjet in Ankara angekommen und von Innenminister Sebahattin Öztürk empfangen worden. Die Beziehungen der Türkei zu Saudi-Arabien, dessen Führung als entschiedener Gegner Irans gilt, wurden in den letzten Wochen und Monaten auch durch einen Besuch des türkischen Präsidenten gestärkt.