Symbolfoto: Spritzen mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca liegen in einer Schale. Foto: Philipp Schulze/dpa

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt die türkische Regierung auf eine dritte Impfung.

Das Gesundheitspersonal sowie Menschen über 50 Jahre, die bereits zweimal gegen das Coronavirus geimpft wurden, könnten sich ab Donnerstag für eine dritte Impfung registrieren, sagte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Mittwochabend. Zu den Hintergründen der Entscheidung gab der Minister vorerst nichts bekannt.

Die Menschen könnten den Impfstoff unabhängig von den vorangegangenen Impfungen selbst wählen, hieß es. Die Türkei impft zurzeit mit dem Präparat von Biontech/Pfizer und mit jenem des chinesischen Herstellers Sinovac. Bisher haben sich nach offiziellen Zahlen rund 40 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal impfen lassen.

„Wirkung wird nachlassen“

„Wir müssen die nächste Phase beim Impfen jetzt schon andenken“, sagt Leif Erik Sander, Infektionsimmunologe an der Berliner Charité. „Ich gehe davon aus, dass wir bei älteren Menschen, die zu Beginn dieses Jahres ihre Erst- und Zweitimpfung erhalten haben, eine nachlassende Immunantwort sehen werden.“

Sander hält es für möglich, dass es ohne Auffrischungsimpfung im Winterhalbjahr zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen dadurch zu zusätzlichen Infektionen kommen könnte, „einem gewissen JoJo-Effekt“, ergänzt er.

Auch andere Forscher beschäftigen sich mit dem Thema Auffrischungsimpfung. „Im Herbst/Winter wird sich Delta auch bei uns durchsetzen. Dann werden sich die infizieren, die keinen oder einen zu schwachen Schutz haben“, twitterte jüngst der Dortmunder Immunologe Carsten Watzl. „Aber auch ältere Personen mit hohem Risiko für schwere Verläufe könnten bei Delta ein Problem bekommen, wenn die Impfung bei ihnen nicht so gut gewirkt hat. Daher werden solche Personen vor dem Herbst eine dritte Impfung benötigen.“

dpa/dtj