Paramilitärische Einheiten der Polizei und Mitglieder einer Sondereinheit bringen am 01.08.2017 in Ankara (Türkei) 486 Verdächtige zu einem Gericht nahe einem Gefängnis bei Ankara. In der Türkei hat am 01.08.2017 der bislang größte Prozess gegen mutmaßliche Beteiligte des gescheiterten Militärputschs im Juli vergangenen Jahres begonnen. Konkret geht es um die Ereignisse auf dem Luftwaffenstützpunkt Akinci - dem damaligen Hauptquartier der Aufständischen. Die Männer sind unter anderem des Versuchs angeklagt, die Regierung von Präsident Erdogan zu stürzen. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa
ARCHIV-FOTO Paramilitärische Einheiten der Polizei und Mitglieder einer Sondereinheit bringen am 01.08.2017 in Ankara (Türkei) 486 Verdächtige zu einem Gericht nahe einem Gefängnis bei Ankara. In der Türkei hat am 01.08.2017 der bislang größte Prozess gegen mutmaßliche Beteiligte des gescheiterten Militärputschs im Juli vergangenen Jahres begonnen. Konkret geht es um die Ereignisse auf dem Luftwaffenstützpunkt Akinci - dem damaligen Hauptquartier der Aufständischen. Die Männer sind unter anderem des Versuchs angeklagt, die Regierung von Präsident Erdogan zu stürzen. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch vor mehr als einem Jahr haben die türkischen Behörden die Festnahme von mehr als 250 Verdächtigen angeordnet. Es handele sich dabei unter anderem um ehemalige Mitarbeiter des Bildungsministeriums in der Hauptstadt Ankara und um Verwaltungsmitarbeiter in Istanbul, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. In der Metropole habe die Polizei bereits 35 Menschen in Gewahrsam genommen.

Die türkische Führung macht die Gülen-Bewegung um den in den USA lebenden islamischen Gelehrten Fethullah Gülen für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich. Allen nun zur Fahndung ausgeschriebenen Verdächtigen wird laut Anadolu vorgeworfen Verbindungen zur Gülen-Bewegung zu haben und den Messenger-Dienst ByLock benutzt zu haben. Über diesen Dienst sollen Gülen-Anhänger unter anderem zur Vorbereitung des Putschversuchs kommuniziert haben. Zuletzt sorgte ein Fall für Aufsehen. Dabei wurde eine ältere Gemüseverkäuferin in Polizeigewahrsam genommen, weil sie angeblich ByLock auf ihrem Handy habe. Später wurde die Dame wieder entlassen.  

Offizielle Zahlen: Etwa 54 400 Menschen wegen Putschversuch in U-Haft

Nach neuesten offiziellen Angaben sitzen im Zusammenhang mit dem Putschversuch etwa 54 400 Menschen in Untersuchungshaft. Mehr als 100 000 wurden aus dem Staatsdienst entlassen oder suspendiert. Die Türkei befindet sich seit mehr als einem Jahr im Ausnahmezustand, in dem Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan per Notstandsdekret regieren kann.

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dpa/dtj