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Nach Wochen der Ungewissheit plant Türkgücü München nun doch den Aufstieg in den Profifußball. Das sagte Geschäftsführer Max Kothny im Interview mit DTJ-Online. Damit wäre Türkgücü der erste von Migranten gegründete Verein im deutschen Profifußball. Er betonte aber: „Noch sind nicht alle Hürden genommen.“

Türkgücü München geht das Projekt „Dritte Liga“ an. „Wir haben zwar noch nicht in allen Belangen Klarheit, aber natürlich wollen wir aufsteigen“, sagte Geschäftsführer Max Kothny exklusiv gegenüber DTJ-Online. „Noch sind nicht alle Hürden genommen, ich bin aber zuversichtlich, dass wir mit der Stadt München eine gemeinsame Lösung fnden.“ Damit wäre Türkgücü München der erste von Migranten gegründete Verein im deutschen Profifußball.

Das klang vor einigen Wochen noch ganz anders: Der Süddeutschen Zeitung (SZ) sagte Kothny damals, es müsse „noch viel zusammenkommen, damit das mit dem Aufstieg passt.“ DTJ-Online berichtete. Auch auf der Homepage des Klubs ging aus einer Pressemitteilung hervor, dass Türkgücü „ligenunabhängig“ plane. Nun ist der Vereinschef zuversichtlicher. Zuerst müsse aber noch die weiterhin schwelende Stadionfrage und das Budget für die kommende Saison geklärt werden.

Stadionfrage ungelöst

Die Frage nach dem Spielort scheint der große Knackpunkt in Sachen Aufstieg zu sein. Denn gleich drei Teams der Dritten Liga planen, in der kommenden Saison das Stadion an der Grünwalder Straße für ihre Heimspiele zu nutzen. Für die Dritte Liga schätzt der Bayerische Fußballverband (BFV) dieses Modell aber als nicht umsetzbar ein. So bleibt die Stadionfrage ungelöst.

Der BFV hatte indes den Weg für einen Aufstieg Türkgücüs in die Dritte Liga trotz der Corona bedingten Spielpause frei gemacht. Das BFV-Präsidium hatte bereits Anfang Mai entschieden, dass der Tabellenführer − das ist Türkgücü − im wahrscheinlichen Fall eines Saisonabbruchs aufsteigen würde. Für den deutsch-türkischen Verein wäre es das lang ersehnte Ziel.

Türkgücü kommt nicht zur Ruhe

Mithilfe des Präsidenten Hasan Kıvran hatte das Team den Sprung von der Landesliga bis in die Regionalliga Bayern geschafft. Fast zwei Dutzend neue Spieler lotste er vor der Saison zu Türkgücü. Doch der deutsch-türkische Unternehmer ist – besonders außerhalb des Vereins – umstritten. Die SZ sprach von „offenen Geheimnissen“, dass Kıvran Druck auf Verein und Spiele ausübe und mit seinem Abgang gedroht habe. Der Zeitung zufolge versuche er momentan, seinen eigenen Invest in das Projekt so gering wie möglich zu halten.

Türkgücü hatte auch aufgrund von Kıvrans Entscheidungen zuletzt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, sei es durch einen Vorschlag, bald in NRW spielen zu wollen oder durch den unrühmlichen Abgang des Trainers Reiner Maurer. Andererseits stärkte Türkgücü auch mithilfe des Präsidenten den Jugendbereich mit einem neuen Nachwuchskoordinator und einer aufgerüsteten Scouting-Abteilung.

Der Verein bastelt an der Zukunft. Die Chancen stehen gut, dass sie im deutschen Profifußball liegt.


Alle weiteren Fragen zur kommenden Saison, zur Rolle des umstrittenen Präsidenten und Mäzens des Klubs Hasan Kıvran sowie zum neuen Trainer beantwortet Kothny im Exklusiv-Interview mit DTJ-Online, das am Freitag erscheinen wird.