War der BND am Bombenanschlag auf das Oktoberfest beteiligt?

Der Zeitung zufolge prüft die Generalbundesanwalt Berichte über eine Beteiligung des Bundesnachrichtendiensts (BND) an der Bluttat. Aus „kriminaltaktischen Gründen” könnten derzeit aber keine Einzelheiten genannt werden, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken.

Hintergrund der Ermittlungen sind Aussagen des Historikers Andreas Kramer, der in mehreren Interviews sowie als Zeuge in einer Gerichtsverhandlung in Luxemburg behauptet hat, sein Vater habe damals im Auftrag des BND den Anschlag vorbereitet.

Das Attentat, bei dem 13 Menschen ums Leben kamen, gilt bisher als das Werk eines Einzeltäters namens Gundolf Köhler, der in die rechtsextremistische Szene involviert war und unter anderem Kontakt zur berüchtigten „Wehrsportgruppe Hoffmann“ gehabt haben soll. Von Anfang an kursierten jedoch Vermutungen, der Täter könnte nicht allein gehandelt haben.

Familie nennt Kramer „Profilneurotiker“

Andreas Kramer hat in einer eidesstattlichen Erklärung dargelegt, dass sein Vater im Rahmen geheimer BND- und Nato-Operationen an Anschlägen in Luxemburg beteiligt gewesen sei. Der Vater habe ihn ins Vertrauen gezogen, weil er den Sohn als Agenten habe aufbauen wollen, sagte der Mann, dessen Glaubwürdigkeit unklar ist, in einem Interview mit der „Jungen Welt“. Kramer soll zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt gewesen sein.

Nach Angaben des luxemburgischen Nachrichtenportals „Wort“ haben Angehörige des Mannes dessen Aussagen in Zweifel gezogen; es könnte sich um einen Profilneurotiker handeln.

Der Vater starb vor einem Jahr, er soll Hauptmann bei der Bundeswehr gewesen sein. Die Bundesregierung bestätigt, dass es einen Hauptmann gab, auf den die Daten zutreffen. Der Sohn behauptet, sein Vater sei zudem BND-Agent und ein „echter Rechtsradikaler” gewesen. Er habe die Bombe für das Attentat in München mitgebaut. Die Bundesregierung teilt mit, bisher hätten Recherchen keine Hinweise auf eine BND-Tätigkeit erbracht.

Ungeachtet dessen habe die Regierung eine weitere Prüfung veranlasst. Die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke, verwies darauf, dass die BND-Akten noch nicht vollständig erschlossen seien. Es würde „mit Sicherheit noch so manche Leiche im Keller des BND” liegen. Es gehe um nicht weniger als um den Verdacht auf eine „staatsterroristische Vereinigung”, sagte Jelpke. Die Regierung müsse dies aufklären.