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Als Redaktion machen wir uns stets Gedanken, wie wir unseren Lesern mit unseren Beiträgen einen Mehrwert bieten können. Dabei entstand die Idee, im Austausch mit einer Apothekerin das Thema Gesundheit aufzugreifen – mindestens einmal im Monat und in einer soweit wie möglich für die allermeisten verständlichen Sprache. Für den Auftakt haben wir uns für ein lockeres Thema entschieden.

Von Schmerzen werden wir alle irgendwann mal heimgesucht. Als Kind haben wir Bauch-, als Frau Regel-, als Erwachsener Gelenk- und Rückenschmerzen. Oder auch sonst haben wir zwischendurch mal Kopfschmerzen und kaufen uns Schmerzmittel aus der Apotheke. Das Schlucken der Tablette ist aus Sicht des Betroffenen zwar der erste und meist letzte Schritt gegen die Schmerzen, doch die Reise des Arzneistoffs fängt erst jetzt an. Wir haben uns gefragt: Wie findet die Tablette überhaupt den Schmerz?

Erst in unserem Gehirn entsteht der Schmerz

Groß und Klein kennt das unangenehme Gefühl des Schmerzes, das je nach Intensität auch die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Doch eigentlich sind Schmerzen ein Alarmzeichen des Körpers, die zum einen durch krankhafte Vorgänge wie Entzündungen, zum anderen durch äußere Reize wie Chemikalien oder Verletzungen hervorgerufen werden. Auch Parameter wie Temperatur und Druck können Schmerzen auslösen. 

Damit wir einen Schmerz – egal welcher Art – bewusst wahrnehmen können, ist es erforderlich, dass diese bestimmten Reize das Gehirn erreichen. Dafür sind wir im Gewebe mit „Schmerzfühlern“, sogenannten Nozizeptoren, ausgestattet, die diese Information zunächst an das Rückenmark senden. Nach der Verarbeitung werden sie von dort aus an das Gehirn weitergeleitet. Das Ergebnis: Wir nehmen den Schmerz als solchen wahr. 

Schmerzen hinterfragen, Chronifizierung vermeiden

Fachleute unterscheiden zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Akute Schmerzen sind von kurzer Dauer und haben zudem eine Warn- und Schutzfunktion. Werden diese Schmerzen nicht behandelt und halten sie länger als drei bis sechs Monate an, können sich dadurch chronische Schmerzen entwickeln. In dem Fall verliert der Schmerz seinen Warncharakter und agiert als eigenständiges Krankheitsbild. Patienten empfinden dann Dauerschmerzen, die meist keine klare Ursache haben. 

Hintergrund ist, dass unbehandelte Schmerzen die Aktivität von bestimmten Genen in den Nervenzellen des Gehirns verändern. In der Folge formen sich die Verschaltungen um, die man sich als Verbindungsstelle zwischen zwei Nervenzellen vorstellen kann. Es kommt zu einer Umstrukturierung der Netzwerke der Nervenzellen. Über die Zeit wird im Körper ein Schmerzgedächtnis ausgebildet, das einmal entstanden mit Arzneimitteln bislang auch nicht „gelöscht“ werden kann. Dieses sorgt dafür, dass wir Schmerzen spüren, obwohl die ursprüngliche Ursache nicht mehr vorhanden ist. 

Aus Sicht der Experten ist es daher empfehlenswert, dass die Ursache akuter Schmerzen hinterfragt und gegebenenfalls behandelt wird, damit die Ausbildung des Schmerzgedächtnisses vermieden wird. Wenn Schmerzen nicht ausreichend therapiert werden, kann dies Spuren im Zentralnervensystem hinterlassen. Die Folge: Die Empfindlichkeit für Schmerzreize wird erhöht, man empfindet den Schmerz also schneller. 

Rezeptfreie Präparate aus der Apotheke können helfen

Wenn wir Schmerzen haben, schüttet unser Körper vermehrt Entzündungsmediatoren, sogenannte Prostaglandine aus, die als Gewebshormone wirken. Diese Substanzen sind unter anderem an Entzündungsprozessen und an der Schmerzauslösung beteiligt. Zu den gängigsten schmerzstillenden Wirkstoffen gehören Acetylsalicylsäure (ASS; auch besser bekannt als Aspirin), Ibuprofen, Diclofenac und Paracetamol. 

All diese Arzneistoffe haben gemeinsam, dass sie bestimmte Enzyme hemmen, die als Katalysator für die Ausbildung der Prostaglandinen dienen. Wenn wir eine Schmerztablette schlucken, hemmen wir damit die Entzündungsmediatoren im Körper, die für die Schmerzen verantwortlich sind. 

Bei starken oder regelmäßig wiederkehrenden Schmerzen ist oftmals ein Arztbesuch notwendig. Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, die kurzfristig auftreten, können rezeptfreie Präparate aus der Apotheke helfen, die Beschwerden zu lindern. 

* Im nächsten Beitrag wird es um das Überthema „Gesundheit im Fastenmonat Ramadan“ gehen. Schickt uns gerne eure Fragen und Wünsche. Wir versuchen sie zu berücksichtigen. Ihr erreicht uns via Facebook, Instagram oder per Mail an info@dtj-online.de.