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Also doch: Athen liefert mutmaßliche Putschisten an die Türkei aus

Widersprüchliche Entscheidungen der griechischen Justiz: Ein Gericht in Athen hat einem Antrag der türkischen Justiz auf Auslieferung von drei mutmaßlichen türkischen Putschisten zugestimmt. Dies berichteten das Staatsradio (ERA) und der Nachrichtensender Skai am Dienstag. Am Vortag hatte ein anderes Gericht geurteilt, dass drei andere türkische Militärs nicht ausgeliefert werden sollen. Die Entscheidung für zwei weitere türkische Militärs soll in den kommenden Tagen fallen, wie es hieß.

Juristen, die mit dem Fall vertraut sind, sagten der Deutschen Presse-Agentur, dass die drei Militärs, die ausgeliefert werden sollen, Berufung einlegen würden. Der Fall solle dann vor den höchsten griechischen Gerichtshof, den Areopag, kommen. Das Verfahren könnte Monate dauern.

Die Militärs – zwei Majore, vier Hauptmänner und zwei Unteroffiziere – waren nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei am 15. Juli mit einem Militärhubschrauber in Alexandroupoli nahe der türkischen Grenze gelandet und hatten Asyl beantragt. Die türkische Regierung verlangt, dass Griechenland  alle diese Männer sofort ausliefert.

Die türkischen Militärs sollen während der Gerichtsverhandlung bekräftigt haben, ihr Leben sei bei einer Auslieferung in Gefahr. Sie verwiesen auf Informationen und Videos von Folterungen ihrer Kollegen in der Türkei, erklärten ihre Rechtsanwälte Reportern. Auch die Staatsanwaltschaft von Athen plädierte bei beiden Verhandlungen am Montag und Dienstag für die Ablehnung des Auslieferungsantrags, wie Medien berichteten. Angehörige der geflüchteten Militärs seien verfolgt und bedroht worden.

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