ARCHIV - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan

Zwei Tage vor dem Griechenlandbesuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat die griechische Polizei starke Einheiten in Athen zusammengezogen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Ministeriums für Bürgerschutz in Athen am Dienstag erfuhr, werden mindestens 3000 Beamte für die Sicherheit während des zweitägigen Besuches am 7. und 8. Dezember im Einsatz sein.

Diplomaten werteten den Besuch als eine Art Charm-Offensive Erdogans. Er sei wegen der schlagartigen Verschlechterung der Beziehungen mit Berlin und Washington in Bedrängnis geraten. Der starke Mann in Ankara wolle mit dem Besuch in Athen auch zeigen, dass es Länder der EU gebe, die die Wichtigkeit der Türkei erkennen und keinen Streit mit dieser Regionalmacht wollen. Er plane, demnächst auch Frankreich und Polen zu besuchen, hieß es. 

Auslieferung von türkischen Militärs unter Forderungen Erdogans?

Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras werden die Flüchtlingskrise, die Beziehungen ziwschen der EU und der Türkei sowie ein Bündel strittiger bilateraler Themen stehen.

Die beiden ehemals verfeindeten Nato-Staaten versuchen, mit enger Kooperation in den Bereichen Energie, Transport und Tourismus die Spannungen um Hoheitsrechte in der Ägäis zu entschärfen. Es wird aber auch damit gerechnet, dass Erdogan die Auslieferung von acht türkischen Militärs fordern werde, die nach dem gescheiterten Putsch im Sommer 2016 nach Griechenland geflüchtet waren. Die griechische Justiz hat die Auslieferung ausgeschlossen. 

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dpa/dtj