Bei einem sogenannten „Kurdenmarsch“ ist es im baden-württembergischen Bruchsal zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen türkisch- und kurdischstämmigen Demonstranten gekommen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, erlitt ein 45 Jahre alter Mann am Montagabend eine Stichverletzung und musste in eine Klinik gebracht werden. Nachdem die Polizei den Marsch tagsüber begleitet hatte, beendete sie ihren Dienst um kurz nach 20 Uhr, nur wenige Polizisten blieben zurück. Daraufhin waren eine türkischstämmigeund eine kurdischstämmige Gruppe von insegesamt rund 40 Personen aufeinandergetroffen. Es kam zu heftigem Streit, bei dem ein Mann der türkischstämmigen Gruppe mit einem Messer schwer verletzt wurde. Die Polizei zog mehr als 150 Kräfte zusammen, um die Lage zu beruhigen.

Die Personalien der Beteiligten wurden zwar festgestellt, der Tatverdächtige habe jedoch noch nicht ermittelt werden können. Die Kriminalpolizei bittet deshalb um Zeugenhinweise.

Der „Kurdenmarsch“ war am Sonntagvormittag in Mannheim unter dem Motto „Freiheit für Abdullah Öcalan – ein Status für Kurdistan“ in Richtung Straßburg gestartet. Er geht in insgesamt sieben Tagesetappen über Hockenheim, Bruchsal, Karlsruhe, Rastatt, und Achern nach Kehl und von dort über den Rhein nach Straßburg, wo für Sonntag eine Abschlusskundgebung geplant ist. Bis zu dem Vorfall in Bruchsal blieb der Marsch bis auf kleinere Zwischenfälle größtenteils friedlich. Die Polizei schloss einzelne Teilnehmer von der Versammlung aus.

Das dritte Jahr in Folgeveranstaltet das „Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland“ NAV-DEM einen Marsch nach Straßburg zum Jahrestag der Verhaftung von Abdullah Öcalan, dem Chef der türkisch-kurdischen Terrororganisation PKK. Er sitzt seit 1999 auf der türkischen Gefangeneninsel Imralı und büßt eine lebenslange Haftstrafe ab. (dpa/ dtj)