„Einwanderer mit Wertekanon deutscher als ‚Deutsch-Deutsche‘“

Bei einem Treffen mit den Teilnehmern der Jungen Islamkonferenz (JIK) hat Bundespräsident Joachim Gauck einen „offenen und vorurteilsfreien Dialog“ zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen gefordert. Deutschland sei „ganz selbstverständlich“ Heimat für Menschen unterschiedlichen Glaubens, sagte Gauck zum Auftakt der JIK-Bundeskonferenz im Schloss Bellevue in Berlin.

In Gesprächen mit den Teilnehmern sagte Gauck, dass der Stolz auf Deutschland nicht aus dem nationalen Mythos abgeleitet werden dürfe. Entscheidend sei der Wertekanon. Ein an den Wertekanon gebundener Einwanderer sei „deutscher“ als ein „Deutsch-Deutscher“ ohne Wertekanon.

Er wünsche sich, dass auch die in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund „zu unserem Land unser Land sagen“ können, betonte der Bundespräsident. Deutschland sei mit Blick auf Kultur und Religion vielschichtig. Daher sei es wichtig, dass neben den Problemen „über die Chancen gesprochen wird“.

Im Anschluss an das Treffen mit Gauck wollten die 40 Teilnehmer der diesjährigen JIK-Bundeskonferenz auf Einladung des Innenministeriums zu einem Arbeitstreffen zusammenkommen. Geplant ist unter anderem eine Diskussion mit Volker Beck (Grüne), Sevim Dağdelen (Linke), Armin Laschet (CDU), Mechthild Rawert (SPD) und Serkan Tören (FDP).

Die Junge Islam Konferenz ist das Pendant zur Deutschen Islam Konferenz (DIK) für Jugendliche und junge Erwachsene. Sie ist ein Projekt der Stiftung Mercator und der Humboldt-Universität Berlin. Bis 2016 wollen die Initiatoren der JIK im Bund und in allen 16 Bundesländern feste Strukturen geben. (dtj/afp)