Nach mehr als drei Jahren Forschungsarbeit haben türkische Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit der Regierung, einer Förderorganisation für klein- und mittelständische Unternehmen und der Technischen Universität des Nahen Ostens herausgefunden, wie man aus Pistazienhüllen effizient Biogas herstellen kann. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu soll in Kürze mit der Produktion von Biogas in der südostanatolischen Stadt Gaziantep – auch bekannt als Antep – begonnen werden. Die Stadt mit mehr als einer Million Einwohnern ist eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Zentren der Türkei.

Aus einer Tonne Pistazien können 1,1 Millionen Kubikmeter Biogas hergestellt werden, die wiederum 1400 Kilowattstunden Elektrizität produzieren. Das würde dem Stromverbrauch einer durchschnittlichen türkischen Familie für fast ein Jahr entsprechen, sagte Goksel Demirer, Professor am Fachbereich für Umweltingenieurwissenschaften an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara.

Nach Angaben der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) produziert die Türkei jährlich 112 000 Tonnen Pistazien und ist damit weltweit drittgrößter Hersteller der schmackhaften Steinfrucht nach dem Iran und den USA.

Entlastung für die Verbraucher?

„Die türkische Pistazienproduktion ist beachtlich und das Potenzial der Schale, die einen hohen Anteil an organischen Stoffen enthält, dementsprechend hoch. Deshalb sollten wir sie als Ressource für Biogas ernsthaft in Betracht ziehen“, sagte Demirer. „Seit 2011 arbeiten wir daran, aus Pistazienabfällen Biogas herzustellen. Schließlich werden wir in Gaziantep eine Biogasanlage haben, mit der wir effizient Biogas herstellen können“, so Demirer weiter.

Der Stromverbrauch der Türkei hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt, der Preis pro Kilowattstunde in den letzten zwanzig Jahren verzehnfacht.