Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (r) wird am 10.10.2017 in Belgrad (Serbien) bei einer Willkommenszeremonie von der serbischen Ehrenwache empfangen. Er ist zu Gesprächen in Serbien eingetroffen. Im Mittelpunkt steht der Ausbau der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (r) wird am 10.10.2017 in Belgrad (Serbien) bei einer Willkommenszeremonie von der serbischen Ehrenwache empfangen. Er ist zu Gesprächen in Serbien eingetroffen. Im Mittelpunkt steht der Ausbau der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen. Foto: Darko Vojinovic/AP/dpa

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einem Besuch in Serbien einen Abzweig der russischen Gaspipeline Turkish Stream in das Balkanland in Aussicht gestellt. Die Türkei sei mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Gesprächen über die Pipeline «und ich glaube, wir werden das Gas so wie bald wie möglich nach Serbien liefern wollen», sagte Erdogan am Dienstag in Belgrad. Turkish Stream gilt als Nachfolger des gescheiterten Pipeline-Projekts South Stream, das vor allem Südosteuropa mit russischem Gas versorgen sollte und nach Einwänden der EU-Kommission abgesagt worden war.

Handelsvolumen zwischen Serbien und Türkei soll erhöht werden

Erdogan wird bei seinem zweitägigen Staatsbesuch in Serbien von acht Ministern und 185 Wirtschaftsvertretern begleitet. Zwölf Verträge und Vereinbarungen wurden am Dienstag unterzeichnet, vier weitere sind für Mittwoch geplant. Das Handelsvolumen zwischen der Türkei und Serbien soll sich dadurch noch in diesem Jahr von 850 Millionen Dollar (720 Millionen Euro) auf mehr als eine Milliarde Dollar erhöhen, betonte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic. Unter anderem wurde der Bau von zwei Autobahnen in der Balkanregion vereinbart.

Serbiens Präsident Vucic: «Meine Regierung wird nicht mit Gülen-Anhängern zusammenarbeiten»

Vucic sicherte Erdogan auch politische Unterstützung zu. Seine Regierung werde «nicht mit Gülen-Anhängern zusammenarbeiten», sagte er. Den im US-Exil lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen macht die türkische Führung für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

Die Türkei hat in jüngster Zeit versucht, ihren Einfluss auf dem Balkan auszuweiten. Am Mittwoch reist Erdogan in die muslimisch geprägte serbische Region Sandzak weiter.

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dpa/dtj