Berkin Elvan war im Juni 2013 am Rande der Gezi-Proteste von einer Tränengaskartusche tödlich am Kopf verletzt worden. Foto: privat

Acht Jahre nach den regierungskritischen Gezi-Protesten in der Türkei hat ein Gericht einen Polizisten im Zusammenhang mit dem Tod des jüngsten Opfers der Proteste verurteilt.

Der Mann sei wegen Tötung zu 16 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag.

Berkin Elvan war im Juni 2013 am Rande der Gezi-Proteste im Istanbuler Viertel Okmeydanı von einer Tränengaskartusche am Kopf verletzt worden. Nach Darstellung von Elvans Eltern war der Teenager unterwegs gewesen, um Brot zu kaufen. Regierungsanhänger ziehen das in Zweifel. Am 11. März 2014 starb der Junge im Alter von 15 Jahren nach monatelangem Koma.

Die Gezi-Proteste entzündeten sich Ende Mai 2013 an der geplanten Bebauung des Gezi-Parks in Istanbul. Sie weiteten sich zu landesweiten Demonstrationen gegen den als immer autoritärer empfundenen Führungsstil Recep Tayyip Erdoğans aus und wurden teils mit brutaler Polizeigewalt niedergeschlagen. Erdoğan war damals Ministerpräsident. Seit August 2014 ist er Staatspräsident.

dpa/dtj