Kalligraphie wurde als UNESCO-Kulturerbe anerkannt. Foto: Paradigm Visuals / Unsplash

Der Unesco-Ausschuss hat 22 Formen von überliefertem Wissen und Können in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Darunter Stickereikunst aus Palästina und Hüsn-ü Hat, die traditionelle Kalligraphie der Türkei.

Hüsn-ü Hat, die jahrhundertealte türkische Kunst der Kalligraphie, wird in die Liste des Immateriellen Kulturerbens der Menschheit aufgenommen. In der Unesco-Liste finden sich Bräuche, Handwerkstechniken, Wissen in Bezug auf die Natur und das Universum, darstellende Künste und mündliche Ausdrucksweisen von besonderer Relevanz.

Der Unesco-Ausschuss beriet bis Mitte Dezember über die Aufnahme weiterer Kulturgüter. Seit 2003 unterstützt die Weltkulturorganisation den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Neben Hüsn-ü Hat sind neu dabei: das Geigenspiel im finnischen Kaustinen, die Redekunst Kabary in Madagaskar, der Trommeltanz und -gesang der Inuit in Grönland sowie Stickereikunst aus Palästina.

Poesie und Korrespondenz

Hüsn-ü Hat nutzte man ursprünglich zur Niederschrift des Korans und der Überlieferungen des Propheten Muhammad. Auch Poesie sowie staatliche Korrespondenz wurde mit der Kalligraphie geschrieben. Noch heute zeugen Inschriften an öffentlichen und religiösen Gebäuden von der Kunst.

Außerdem wird sie weiterhin in sakralen und literarischen Werken, in Moscheen, türkischen Bädern und Tempeln genutzt. Für die Religion spielte die Kalligraphie eine übergeordnete Rolle. Nach der strengen Auslegung des islamischen Bilderverbots ist die bildliche Darstellung von Menschen oder Tieren nicht erlaubt.

Wichtige Rolle für den Islam

So fokussierte sich die islamische Kunst auf die dekorative Schrift und das Ornament. Vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte des Islams wird der Kalligraphie eine wichtige Rolle zuteil. So sorgte sie maßgeblich für die Verbreitung des Korans.