Nach der Landung soll der Mann mit anderen Passagieren am Gepäckband in Streit geraten sein. Foto: facebook.com/Antalya.airport.havalimani/

Der Wuppertaler Zahnarzt Kristian B. wurde Anfang November in Untersuchungshaft genommen. Auslöser soll ein Streit am Gepäckband sein, der dann eskalierte. Was ihm genau vorgeworfen wird, ist unklar.

Wie diese Woche bekannt wurde, ist ein Deutscher nach einem Streit am Flughafen im türkischen Urlaubsort Antalya im November festgenommen worden. Der 63 Jahre alte Mann aus Wuppertal sitze in Untersuchungshaft und müsse sich am 8. Dezember vor einem Gericht in Antalya verantworten, sagte sein Anwalt Rüdiger Deckers der Deutschen Presse-Agentur. Ihm könnten bis zu zwei Jahre Haft drohen.

Ihm werde vorgeworfen, gegen Paragraf 216 des türkischen Strafgesetzbuches verstoßen zu haben: Herabwürdigung oder Aufhetzung zu Hass und Feindseligkeit. Für türkische Medien hingegen greift der Paragraph 301: „Beleidigung der türkischen Nation, des Staates der türkischen Republik und der Institutionen und Organe des Staates“. Zunächst hatten die „Bild-Zeitung“ und die „ARD“ über den Fall berichtet. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte der dpa, der Mann werde „konsularisch betreut“. Details nannte er nicht.

Anwalt: Mandant ein „Türkeifreund“

Dem Anwalt zufolge kam es zu dem Streit, nachdem sein Mandant eine Frau darum gebeten habe, die Corona-Abstandsregeln einzuhalten. Die Frau habe ihn daraufhin angezeigt. Bei dem Streit seien Worte gefallen, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan beleidigt hätten. Sein Mandant streite das ab. Anwalt Ahmet Ünal Ersoy, der den Wuppertaler in Antalya vertritt, erklärte in einem Schreiben an die ARD, sein Mandant sei ein „Türkeifreund“. Er habe weder Staat noch Präsidenten beleidigt.

Nach Informationen der Bild war der 63-Jährige Anfang November von Düsseldorf nach Antalya geflogen. Nach der Landung soll er mit anderen Passagieren am Gepäckband in Streit geraten sein. Wie die Zeitung weiter schreibt, sollen Zeugen der Polizei gesagt haben, der Arzt habe die Türkei und die Türken lautstark beleidigt. Anwalt Deckers wies Berichte zurück, wonach sich der Mann nun unter Ausreisesperre in einem Hotel aufhalte.

dtj/dpa