Am 5. April soll in Afghanistan ein neuer Präsident gewählt werden. Der bisherige Amtsinhaber Hamid Karsai wird im Einklang mit der Verfassung nicht mehr antreten. Von den vom Westen geschürten Hoffnungen haben sich nur wenige erfüllt.
ARCHIV: NATO-Soldat in Afghanistan

Die Nato hat Planungen für eine deutliche Verstärkung ihres Afghanistan-Einsatzes bestätigt. Nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg soll die Zahl der Soldaten zur Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte im kommenden Jahr von etwa 13 000 auf rund 16 000 steigen. Etwa die Hälfte der zusätzlichen Kräfte werde von den USA gestellt werden, sagte er am Dienstag.

Hintergrund der geplanten Truppenaufstockung ist das Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban in Afghanistan und die Expansion der Terrormiliz IS in das Land. Erst am Dienstag hatten IS-Kämpfer in Kabul einen großen Fernsehsender angegriffen und einen Wachmann getötet. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes Ende 2014 deutlich verschlechtert.

Beteiligung Deutschlands unklar

Ob sich Deutschland in größerem Maße beteiligen wird, ist angesichts der noch nicht abgeschlossenen Regierungsbildung nach der Bundestagswahl unklar. Das Verteidigungsministerium bestätigte jüngst aber Überlegungen, die Ausbildungstruppe der Bundeswehr in Afghanistan wieder zu verstärken. Die sogenannte Mandatsobergrenze ermöglicht derzeit eine Entsendung von bis zu 980 Soldaten. Stoltenberg sagte am Dienstag nicht, wer sich neben den USA an der Truppenaufstockung beteiligen wird.

Pläne für eine Verstärkung des Einsatzes gab es bereits seit Monaten, der Nato gelang es lange Zeit aber nicht, ausreichend viele Bündnispartner zu einem stärkeren Engagement zu bewegen. Dies änderte sich erst, nachdem US-Präsident Donald Trump im August den Weg für ein stärkeres Engagement seines Landes im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan freigemacht hatte.

Die Deutsche Presse-Agentur hatte bereits am Wochenende über die Pläne für die Truppenaufstockung berichtet. Sie sehen konkret vor, dass künftig mindestens 15 800 Soldaten für den Afghanistan-Einsatz zur Verfügung stehen. Zuletzt waren es lediglich zwischen 12 000 und 13 000 Soldaten.

dpa/dtj

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