Der in der Öffentlichkeit als Mahmoud Al-Zein (l) bekannte Mann kam Anfang der 80er Jahre über Beirut nach Berlin. Schnell ist er in der Großfamilie aufgestiegen. 2003 sei er wegen Drogenhandels verurteilt worden. Foto: Youtube/Screenshot

Ein langjähriger Berliner Clan-Chef, bekannt als „Pate von Berlin“, hat Deutschland verlassen. Er flog am Freitag von Berlin aus in die Türkei.

Die Senatsinnenverwaltung sagte der dpa, dass ein Mann ausgereist sei, der in der Öffentlichkeit als Mahmoud AlZein aufgetreten sei. Zuvor berichtete die „Bild“-Zeitung von der Ausreise sowie „Spiegel Online„. Der Mann sollte seit vielen Jahren abgeschoben werden. Der Druck einer bevorstehenden Abschiebung sei zuletzt deutlich erhöht worden, so der Senat. „Mit der heutigen Ausreise, die mit einer Wiedereinreisesperre verbunden ist, wollte der Mann der drohenden Abschiebung zuvorkommen.“

Weiter teilte die Berliner Senatsinnenverwaltung mit: „Die Person ist 1983 nach Deutschland eingereist. Nach Ablehnung seines Asylantrags musste er seit 1984 wegen Passlosigkeit geduldet werden. Seit über 30 Jahren wirkte der Mann nicht an der Passbeschaffung mit. Es bestand Unklarheit über seine Nationalität.“

Türkischer Staatsbürger, aber ursprünglich aus dem Libanon

Vor wenigen Jahren habe die Polizei geklärt, dass er im türkischen Mardin unter dem Namen „Mahmut Uca“ registriert sei. Er habe sich dann um einen türkischen Pass bemüht, ihn bekommen und versucht, aus familiären und gesundheitlichen Gründen in Deutschland zu bleiben. Mehrere Gerichtsinstanzen hätten aber zugunsten des Landesamtes für Einwanderung entschieden. Seit 2005 sei der Mann fast 70 Mal als Tatverdächtiger erfasst. Er sei elf Mal verurteilt worden.

In seiner im vergangenen Herbst erschienenen Autobiografie „Der Pate von Berlin. Mein Weg, meine Familie, meine Regeln“ beschrieb der Mann sich als Oberhaupt des AlZein-Clans, einer der einflussreichsten und berüchtigtsten Großfamilien in Deutschland, die ursprünglich aus dem arabischen Raum stammen.

dpa/dtj