Knapp einen Monat nach dem Terrorangriff auf eine Silvesterparty in einem Club in Istanbul ist nach Medienberichten ein dritter Verdächtiger in Untersuchungshaft genommen worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı (AA) vom Mittwoch handelt es sich dabei nicht um einen türkischen Staatsbürger. Er sei während einer Razzia in dem Istanbuler Stadtteil Zeytinburnu festgenommen worden.

Anadolu zufolge wirft die Staatsanwaltschaft ihm unter anderem vor, Mitglied einer Terrororganisation zu sein. Der Verdächtige, der laut Anklageschrift in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Rang eines „Richters“ gehabt hat, soll demnach versucht haben, die Staatsordnung zu untergraben. Der Nachrichtenagentur Doğan (DHA) zufolge habe man bei der Festnahme umfangreiche Listen mit Namen, Adressen und Telefonnummern von IS-Mitgliedern in der Türkei beschlagnahmt.

Der IS hat den Angriff auf den Istanbuler Club Reina für sich reklamiert. Bei dem Anschlag in der Silvesternacht starben 39 Menschen, darunter mindestens 26 Ausländer. Der Hauptverdächtige des Angriffs war am 16. Januar in Istanbul gefasst worden und befindet sich seitdem in Polizeigewahrsam. Er hat umfassend gestanden und weitere Details zur Anschlagsplanung zu Protokoll gegeben. So habe er den Befehl aus der syrischen IS-Hochburg Rakka erhalten, erstes Ziel des Anschlags sei demnach der Taksim-Platz im Herzen Istanbuls gewesen.

In Verbindung mit dem Anschlag auf den Club Reina wurden außerdem zwei weitere Verdächtige verhaftet. Knapp 50 weitere Personen werden nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA derzeit noch vernommen. (dpa/ dtj)