Heißluftballons sind typisch für Kappadokien. Immer mehr Urlauber entdecken die Region in den letzten Jahren für sich. Foto: pixabay

Viele Länder Europas gelten wieder als Risikogebiet. Auch für einen Urlaub in Deutschland kann ein Corona-Test erforderlich sein. Was Reisende jetzt wissen müssen, welche Regeln einzuhalten sind – und was bei Reisen in die Türkei zu beachten ist. 

Anfang Oktober liefen die bislang letzten pauschalen Reisewarnungen aus. Seither wurden immer mehr Regionen in Europa und aller Welt zu Risikogebieten erklärt. Denn die Covid-19-Pandemie hält die Welt weiterhin fest im Griff. Und auch in Deutschland steigt die Zahl der Corona-erkrankten Menschen. Inzwischen nähern sich die Fallzahlen wieder einem Rekordhoch.

Welche Folge hat das für den Herbst- und Winterurlaub? Wie steht es um bereits getätigte oder geplante Buchungen? Wie wird Urlaub im kommenden Jahr aussehen? Sind Reisen innerhalb der Bundesrepublik überhaupt noch erlaubt? Und welche Regeln gelten in der Türkei? Fragen über Fragen. DTJ-Online beantwortet die wichtigsten…

Was ist im Herbst und Winter erlaubt?

Aktuell werden immer mehr Länder und Regionen der Welt zu Risikogebieten geklärt (hier finden Sie die stets aktualisierte Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI)). 130 Länder zählt die RKI-Liste bereits wieder, die Türkei ist ebenfalls gelistet. Mit der Einstufung der Risikogebiete geht immer auch der Appell an die Bevölkerung einher, von nicht notwendigen touristischen Reisen abzusehen.

In Bezug auf Länder mit niedrigen Corona-Infektionszahlen und uneingeschränkten Reisemöglichkeiten wurden zwar sämtliche Warnungen aufgehoben, das Auswärtige Amt rät dennoch zu „besonderer Vorsicht“.

Wie steht es um Reisen innerhalb Deutschlands?

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Menschen aus deutschen Corona-Hotspots bröckelt weiter. Bund und Länder einigten sich am 14. Oktober nicht auf einheitliche Regeln. Es bleibt bei einem Flickenteppich. Inzwischen fordert die Politik Menschen dazu auch auf, „nicht erforderliche innerdeutsche Reisen“ zu unterlassen.

Die Kritik an den unterschiedlichen Regelungen steigt – und die Rechtslage kann sich täglich ändern. Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg setzen das Verbot aus, andere, wie Mecklenburg-Vorpommern, halten daran fest. Aktuell gilt: Sie müssen selbst herausfinden, was an ihrem Urlaubsort gilt. Knifflig kann das Beherbergungsverbot sein. Auch hier ist die Lage unübersichtlich.

Wer nicht an seinen Urlaubsort reisen kann, aber bereits in Vorkasse gegangen ist, muss eventuell mit Stornierungskosten rechnen. Wie flächendeckend damit umgegangen werden soll, ist bislang nicht geklärt. Am 8. November soll das Beherbergungsverbot noch einmal von Bund und Ländern geprüft werden.

Sind Reisen in die Türkei verboten?

Nein, es gibt kein generelles Reiseverbot und auch eine Reisewarnung ist kein Verbot (lesen Sie hier einen Bericht zur Erläuterung der wichtigsten Begriffe rund ums Reisen). Dennoch wird auch in Bezug auf Länder wie die Türkei, die auf der Warnliste des RKI steht, darum gebeten, nicht notwendige, touristische Reisen zu unterlassen.

Auch Reisen in die Provinzen Aydın, Izmir und Muğla in der Ägäis- sowie die Provinz Antalya in der Mittelmeerregion sind nun nicht mehr verboten. Voraussetzung dafür ist die strikte Einhaltung der Tourismus- und Hygieneregeln. Das Konzept beinhaltet eine verpflichtende PCR-Testung für alle Reisenden in der Türkei. Sie muss innerhalb von 48 Stunden vor Rückreise nach Deutschland durchgeführt werden. Die Kosten (circa 40-50 Euro pro Person) tragen Reisende selbst.

Außerdem werden bei Einreise in die Türkei Temperaturmessungen durchgeführt. Dennoch sind die Luft-, Land- und Seegrenzen der Türkei offen (mit Ausnahme der Grenzen zum Iran und Griechenland). Im gesamten öffentlichen Raum, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln sind Schutzmasken Pflicht.

Kann der Sommerurlaub 2021 bereits geplant werden?

Ja, aber es gibt einige Unsicherheiten. Zwar locken die Reiserveranstalter mit Frühbucherrabatten und Lockangeboten, aber der Sommerurlaub 2021 ist genauso unsicher wie der von 2020. Lokale Corona-Ausbrüche, die unsichere Situation in der Entwicklung des Impfstoffs und immer neue Regeln machen die Urlaubsplanung zum Glücksspiel.

Wenn Sie dennoch buchen möchten, sollten sie als Pauschalreisende darauf achten, dass sie kostenlos stornieren und sämtliche Anzahlungen zurückfordern können. Individualreisende sollten ihre Reiserücktrittsrechte vorab prüfen und im Zweifel eine entsprechende Versicherung abschließen.

Firuz Bağlıkaya, Vorsitzender des türkischen Reisebüroverbandes TÜRSAB, rät Urlaubern, für kommendes Jahr frühzeitig zu buchen. Er rechne damit, dass es bei den Buchungen zu einem Ansturm kommen könnte, sobald ein Impfstoff gefunden oder die Pandemie gar für beendet erklärt wird. Mit diesem Jahr ist er vergleichsweise zufrieden. „Man kann nicht sagen, dass wir eine sehr gute Saison erlebt haben, aber im Vergleich der Mittelmeerländer haben wir am meisten zu tun gehabt“, so Bağlıkaya.


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