Der Azubi zum Altenpfleger, der Vietnamese Long Pham Dinh, unterhält sich am 19.09.2013 im Pflegeheim Eilenriedestift in Hannover (Niedersachsen) mit einer Seniorin.

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts in Berlin sterben Männer mit niedrigem Einkommen elf Jahre früher als Männer auf mittlerem oder hohem Einkommensniveau. In der gleichen Studie wurde festgestellt, dass auch arme Frauen im Vergleich zu Frauen in guten finanziellen Verhältnissen acht Jahre früher sterben.

Das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin stellte fest, dass ältere Menschen über sechzig Jahre, die sich als arm wahrnehmen, schneller erkranken und eine längere Zeit brauchen, um wieder gesund zu werden. 38% der sich als arm wahrnehmenden Senioren werden schnell krank und 48% dieser Menschen weisen einen schlechten gesundheitlichen Zustand auf.

Um auf das Thema Armut und Gesundheitsprobleme aufmerksam zu machen und den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit zu untersuchen, findet in Berlin jährlich ein Kongress statt. Die Veranstaltung, welche in ihrer Branche zu der größten gehört und zwei Tage lang anhält, fand dieses Jahr vom 13. bis zum 14. März 2014 unter dem Motto „Gesundheit nachhaltig fördern: langfristig – ganzheitlich – gerecht“ bereits zum 19. Mal statt.

Das individuelle Bewusstsein ist wichtig

Die Referenten machten auf die Vorteile des Kongresses aufmerksam, welcher jährlich den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit hervorheben und neue Ideen und Projekte bezüglich der Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Menschen mit geringem Einkommen entwickeln soll. Außerdem haben die Referenten hervorgehoben, dass zur Beseitigung des Ungleichgewichts zwischen den sozialen Schichten innerhalb der Gesellschaft das Bewusstsein jedes Individuums im Gesundheitssektor erhöht werden muss.

Die Staatssekretärin für Gesundheit in der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin, Emine Demirbüken-Wegner, wies darauf hin, dass es verschiedene Dimensionen von Armut gebe und somit die Individuen unterschiedliche Betrachtungen bezüglich ihres Lebens aufweisen. Um das Bewusstsein für ein gesundes Leben derer erwecken zu können, müssten verschiedene Veranstaltungen zur Information und Bewusstmachung der Situation mit Blick auf die Individuen durchgeführt werden.

Demirbüken-Wegner erklärte, wie Armut schneller zur Gesundheitsproblemen führen kann und aus diesem Grund die Gesundheitsdienste ganzheitlich seien müssten: „Wenn wir einen Menschen darüber aufklären, dass er sich richtig und ausgewogen ernähren soll, müssen wir diesem Menschen auch beibringen, wie man gesunde Nahrung kocht.“

Demenz unter Einwanderern nimmt zu

Auch die gesundheitlichen Probleme von Einwanderern wurden auf dem Kongress als Thema behandelt. Bezogen auf die gesundheitlichen Schwierigkeiten innerhalb der türkischen Community wurden drei Vorträge gehalten.

Am ersten Tag des Kongresses haben Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin von der Universität Bielefeld und Serap B. Kurt von der Medizinischen Hochschule Hannover die Zuhörer über die Demenzerkrankung informiert und über aus dieser folgende Probleme diskutiert. Den Experten breite sich diese Erkrankung auch unter den türkischen Einwanderern zunehmend aus.

Außerdem hielt Nurten Akça vom Berliner Diabetes Zentrum einen Vortrag über Diabetes. Diabetes gehöre zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen unter türkischen Migranten.