Symbolfoto: Ein Coronapatient aus Frankreich kommt im Krankentransportwagen am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm an. Foto: Felix Kästle/dpa

Europa stand unter Schock, als Italien knapp 800 Corona-Tote innerhalb eines Tages meldete. Mittlerweile hört man infolge überlasteter Krankenhäuser ähnliche Schreckensnachrichten aus Spanien. Droht in einigen Wochen Deutschland das gleiche Schicksal? Um das zu vermeiden, bietet die Aktion für Flüchtlingshilfe e.V. ihre Hilfe an.

Eine Hiobsbotschaft nach der anderen bestimmt die täglichen Schlagzeilen. Über 800 Corona-Tote in Italien und Spanien innerhalb von nur 24 Stunden, über 100.000 registrierte Infektionen in den USA, die Liste ließe sich fortsetzen. Deutschland scheint mit weniger als 60.000 Infektionen (Stand: 29. März) laut der John Hopkins-Universität bis jetzt einigermaßen glimpflich davongekommen zu sein. Die landesweit 455 Toten halten sich im Vergleich noch im Rahmen. Jedoch kann sich das aufgrund des hohen Durchschnittsalters hierzulande schnell ändern. Ältere Menschen sind vom Coronavirus bekanntlich deutlich häufiger von schweren Krankheitsverläufen betroffen als die jüngere Generation. Bei zu stark steigenden Fallzahlen könnte auch unser Gesundheitssystem schnell an seine Belastungsgrenzen kommen. Eine unzureichende Patientenversorgung wie in Italien und Spanien und viele vermeidbare Todesfälle wären die Folge.

15 Ärzte und neun Pflegekräfte stehen bereit

An diesem Punkt möchte die 2018 gegründete Aktion für Flüchtlingshilfe e.V. Abhilfe schaffen. Dabei handelt es sich um eine Initiative, die gegründet wurde, um neu zugewanderten Menschen bei der Integration in Deutschland unter die Arme zu greifen. Unter den knapp hundert Mitgliedern des Vereins befindet sich eine aus 18 Medizinern bestehende Ärztegruppe. „Deutschland bot uns einen Ausweg, als wir so dringend Hilfe benötigten. Jetzt hat Deutschland gegen eine Pandemie zu kämpfen und wir als immigrierte Mediziner sind bereit, zu helfen, wo es nur geht, um die Ausbreitung zu verlangsamen“, so Dr. Uyar im Gespräch mit DTJ. Von den 18 Ärzten hätten sich 15 freiwillig gemeldet. Hinzu kommen neun Krankenpfleger und Krankenschwestern, die das reguläre medizinische Personal unterstützen möchten. Uyar ergänzt: „Diesbezüglich stehen wir mit den örtlichen Gesundheitsämtern, der Ärztekammer sowie mit dem Berliner Universitätsklinikum Charité in Kontakt.“

Der Verein spricht in seiner letzten Pressemitteilung davon, dass für Mediziner insbesondere in Krisen nichts erfüllender sei, als Menschenleben zu retten. Deswegen möchten auch sie ihren Beitrag leisten und in dieser Situation Ärzte und Pflegekräfte unterstützen. Damit reagiert die Initiative auf den Appell von Bundeskanzlerin Merkel. In ihrer Fernsehansprache zum Coronavirus sagte sie Mitte März: „Ich glaube fest daran, dass wir diese Aufgabe (die Bekämpfung des Virus, Anm. d. Red.) bestehen, wenn wirklich alle Bürgerinnen und Bürger sie als ihre Aufgabe begreifen.“

Dieses Statement nahm die Aktion für Flüchtlingshilfe zum Anlass, um zu handeln und hofft nun auf positive und unbürokratische Rückmeldungen der zuständigen Behörden.