Ankara: Ein Demonstrant wird festgenommen, weil er sich einem Polizisten bei einer Gedenkfeier für die Opfer des schweren Terroranschlags vor sechs Jahren widersetzt hat. Die türkische Polizei ist gegen Teilnehmer der Gedenkveranstaltung vorgegangen. Dabei sei auch Tränengas eingesetzt worden, berichtete die Zeitung "Cumhuriyet" am Sonntag. Foto: Tunahan Turhan/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Die türkische Polizei ist gegen Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung für die Opfer eines schweren Terroranschlags von vor sechs Jahren in Ankara vorgegangen. Dabei sei auch Tränengas eingesetzt worden.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden zwischenzeitlich 22 Menschen festgenommen. Die Behörden erlaubten nach Angaben des Online-Mediums „bianet“ lediglich den Familien der Opfern und einigen Vertretern der Zivilgesellschaft, sich zum Gedenken vor dem Bahnhof – dem damaligen Ort des Attentats – zu versammeln. Sie hielten schwarze Luftballons hoch und legten rote Nelken nieder.

Vor dem Bahnhof der Hauptstadt hatten sich am 10. Oktober 2015 zwei Selbstmordattentäter inmitten einer Friedenskundgebung in die Luft gesprengt und mehr als 100 Menschen mit in den Tod gerissen. Es war einer der schwersten Terroranschläge der jüngeren Geschichte in der Türkei. Die türkische Regierung macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für das Attentat verantwortlich, die sich jedoch nicht dazu bekannt hatte.

dpa/dtj