Ist die Türkei ein Agrarland? Diese Frage kann man nach den jüngsten Zahlen mit einem klaren „Nein“ beantworten. Nach Angaben des nationalen Statistikamts TÜIK bezieht das Land inzwischen aus 153 Ländern landwirtschaftliche Produkte. Hatte das Land 2002 noch landwirtschaftliche Produkte für 1,693 Milliarden Dollar aus 115 Ländern bezogen, so lag die Zahl zwischen April 2014 und März 2015 bei 8,621 Milliarden Dollar. Die Türkei bezieht Agrarprodukte unter anderem auch von Staaten wie Kuwait, Bahrain, Katar und Luxemburg.

Der massive Anstieg der Lebensmittelpreise konnte durch die massiven Importe dennoch nicht gestoppt werden. Für Milch müssen die Türken inzwischen einen Durchschnittspreis von umgerechnet 1,15 Euro pro Liter bezahlen, für Linsen und Bohnen sogar über zwei Euro pro Kilo. Für Unmut hatten die seit langem anhaltenden hohen Lebensmittelpreise gesorgt, weil die weltweiten Lebensmittelpreise nach Einschätzung der Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) inzwischen auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gesunken sind.

Die Tageszeitung „Bugün“ schreibt über die Importabhängigkeit des Landes: „Die Türkei importiert viele Güter – vom Heu bis zu Bananen, von Kartoffeln bis zu Wassermelonen, von Äpfeln bis zu Zwiebeln, von Weizen bis Baumwolle, von Bohnen bis zu Walnüssen“.