Im altehrwürdigen Münchner Olympiastadion könnte Türkgücü München in der kommenden Saison seine Heimspiele austragen. Foto: pixabay

Türkgücü München steigt in den deutschen Profifußball auf. Der Bayerische Fußballverband meldete den deutsch-türkischen Verein für die Dritte Liga. Indes bleiben Fragen zum Heimstadion für die kommende Saison offen.  

Das Zittern hat vorerst ein Ende. Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat am Montag Türkgücü München als Aufsteiger dem Deutschen Fußballbund gemeldet. Türkgücü gewann 17 von 23 Spielen in der vergangenen Saison. Vor der Corona-Pause lag die Mannschaft neun Punkte vor dem Zweiten aus Schweinfurt. Rein sportlich war der Aufstieg klar.

Fraglich ist und bleibt die Stadionproblematik. Der Klub hat nämlich keine eigene Spielstätte und war auf die Unterstützung der Stadt angewiesen. „Türkgücü erhält einen Vertrag für zwölf Heimspiele im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße, für maximal acht weitere Saisonspiele steht das Olympiastadion zur Verfügung“, hieß es in einer offiziellen Pressemitteilung der Stadt München.

Olympiastadion ist Fluch und Segen

Das ist Fluch und Segen zugleich. Fluch, denn eigentlich darf ein Verein für die Dritte Liga nur eine Heimspielstätte melden. Ob der DFB bei Türkgücü ein Auge zudrückt, ist bislang noch nicht klar. Und Segen, weil Türkgücü, sollte der Aufstieg durch die DFB-Prüfung kommen, dann nach dem Auszug des FC Bayern München vor 15 Jahren die erste Mannschaft wäre, die in dem Stadion mit dem markanten Dach spielen dürfte.

Der Verein treibt nun die Sorge um, ob die DFB-Gremien den Aufstieg genehmigen. München ist mit drei Profiklubs ein Präzedenzfall. Die Verantwortlichen bei Türkgücü hatten sich bis zuletzt um einen exklusiven Heimspielaustragungsort bemüht. Doch weil die U23 des FC Bayern und die Profis von 1860 München nicht aus dem Grünwalder Stadion ausziehen wollten, bekam Türkgücü keinen uneingeschränkten Nutzungsvertrag.

Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny meldete deswegen zusätzlich das Stadion des Drittligisten Wacker Burghausen als Ausweichort, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der ebenfalls drittklassige Verein trägt seine Spiele in der Wacker Arena, rund 100 Kilometer von München entfernt, aus. Dort dürfte Türkgücü mit Genehmigung des Vereins spielen.

Alexander Schmidt wird neuer Trainer

Eine weitere offene Baustelle haben die Macher indes begradigt: Denn der Nachfolger des scheidenden Aufstiegstrainers Reiner Maurer steht fest. Alexander Schmidt übernimmt die erste Mannschaft von Türkgücü München. Das entschied die Führungsriege des Vereins um Kothny und Mäzen Hasan Kıvran.

Schmidt, der früher für den Lokalrivalen 1860 München kickte, ist ein erfahrener Coach. Von Juli 2017 bis Dezember 2018 war er in Österreich bei den Jugendmannschaften von Red Bull Salzburg tätig. Letzte Station vor seiner Rückkehr nach München war der SKN St. Pölten.

Nun soll der Ex-Profi Türkgücü in der Dritten Liga betreuen. Dass der DFB dafür die Lizenz erteilt, ist allerdings nicht sicher. Noch nicht.

Im DTJ-Exklusiv-Interview spricht Türkgücü München-Geschäftsführer Max Kothny über die kommende Saison, die Rolle des umstrittenen Präsidenten sowie die Stadionfrage.