Fünf ostafrikanische Staaten wollen nach europäischem Vorbild eine Währungsunion bilden. Diese soll in den kommenden zehn Jahren aufgebaut werden.

Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich in Afrika viel getan. Der Kontinent hat sich zum Positiven gewandelt. Auf dem 13. Internationale Afrika-Wirtschaftsforum der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gab Generalsekretär Angel Gurría der OECD die Marschroute Afrikas vor: „Es ist okay. Wir können uns für 2 Minuten zurücklehnen und uns auf die Schulter klopfen, doch das war es dann auch. Wir haben noch viel nachzuholen.“

Das ausformulierte und auf dem Afrika-Wirtschaftsforum der OECD stark beschworene Ziel der afrikanischen Nationen ist zunächst die volle Entfaltung und Ausschöpfung der Ressourcen der heimischen Natur zum Wohl der Bevölkerung. Eine Ressourcen-basierte Wirtschaft ist allerdings kein Zustand mehr, mit dem sich ein Afrikaner zufrieden geben könnte. Humankapital muss dringend aufgewertet werden und deswegen muss der afrikanische Weg weitergehen. Bodenschätze sollen für Afrika nur ein Sprungbrett zu einer entwickelten und vor allem unabhängigen Wissens- und Industriegesellschaft sein.

Afrika ist flächenmäßig so groß wie China, Indien, die USA, Japan und die meisten europäischen Staaten zusammen. Unternehmen können in Zeiten der Globalisierung Afrika einfach nicht mehr ausblenden. In den letzten Jahren haben viele afrikanische Länder ihre Wirtschaft erfolgreich reformiert. Das zeigt sich auch daran, dass der akkumulierte Bestand der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) laut UNCTAD von 61 Milliarden im Jahre 1990 auf 554 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 gestiegen ist. Langfristig können Unternehmen von den Chancen auf dem Kontinent erheblich profitieren, da Ökonomen in den nächsten Jahren weiterhin ein starkes Wirtschaftswachstum erwarten.

Ungeahnte Potenziale reifen heran

Rohstoffe wie Kohle, Öl, Eisenerz oder Gold sind heiß begehrt. Etwa 40 Prozent der weltweiten Reserven werden auf dem Kontinent vermutet sowie 10 Prozent der globalen Ölreserven, die Hälfte der geschätzten Goldreserven und 80 bis 90 Prozent der Chrom- und Platinvorkommen. Bis 2015 sollen die täglichen Ölexporte von acht auf zehn Millionen Tonnen steigen. Größer noch ist das Potenzial des Binnenmarkts. Gaben die Afrikaner zuletzt rund 900 Milliarden Dollar für Konsumgüter aus, sollen es 2020 bereits 1400 Milliarden Dollar sein. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter soll 2040 über eine Milliarde groß sein. China und Indien wären damit übertrumpft.

Die Konferenz, die am 7. Oktober in Paris stattfand, blickte auf die anhaltenden Herausforderungen des ungleichen Wirtschaftswachstums und einer dauerhaften wirtschaftlichen Transformation in Afrika. Besonderer Schwerpunkt war dabei das enorme Potenzial des Kontinents im Umgang mit seinen Ressourcen. Die Nutzung von Fahrzeugen zu einem Afrika spezifischen „Strukturwandel“ und die Verlagerung der afrikanischen Wirtschaft hin zu Aktivitäten, die scheinbar geringere Produktivität zeitigen, wie beispielsweise landwirtschaftliche Familienbetriebe und dem Kleinhandel, wurden ausführlich diskutiert.