Allianz wird Nummer eins auf dem türkischen Versicherungsmarkt

Europas größter Versicherer „Allianz“ wird mit der Übernahme der „Yapı Kredi Sigorta“ die Nummer Eins im türkischen Versicherungsmarkt. Wie die „Allianz SE“ am Mittwoch in München mitteilte, übernimmt sie von der Bank „Yapı Kredi“ knapp 94 Prozent der Anteile an dem Versicherer für 684 Millionen Euro (1,6 Milliarden türkische Lira). Es ist die größte Übernahme für die Allianz seit sechs Jahren.

Für den verbleibenden Aktienanteil an „Yapı Kredi Sigorta“, der an der Istanbuler Börse notiert ist, will die Allianz kurz nach dem für die zweite Jahreshälfte geplanten Abschluss der Transaktion ein Pflichtangebot unterbreiten.

„Die Türkei ist einer der am schnellsten wachsenden Versicherungsmärkte der Welt, mit einem robusten Konjunkturausblick und einer großen, jungen Bevölkerung von 75 Millionen Menschen“, erklärte Allianz-Vorstand Oliver Bäte das Interesse seines Unternehmens an dem Land.

Die Türkei ist für Versicherungen ein Wachstumsmarkt – weil kaum jemand versichert ist

Zudem geht der Konzern mit der türkischen Bank eine auf 15 Jahre angelegte Partnerschaft ein. Damit erhält die „Allianz“ den Versicherungsvertrieb über das fünftgrößte Bankfilialnetz in der Türkei mit 928 Geschäftsstellen und 6,5 Millionen Kunden. Die Bank „Yapı Kredi“ mit Sitz in Istanbul wird derzeit von der italienischen „Unicredit“ und dem größten türkischen Konzern „Ko? Holding“ kontrolliert.

„Yapı Kredi Sigorta“ ist der fünftgrößte Schaden- und Unfallversicherer in der Türkei, mit Beitragseinnahmen von 531 Millionen Euro. Ihr Tochterunternehmen „Yapı Kredi Emeklilik“ ist mit Beitragseinnahmen von 90 Millionen Euro die Nummer vier im Lebensversicherungsgeschäft. Bei den Renten liegt sie mit einem verwalteten Vermögen von 1,5 Milliarden Euro an dritter Stelle.

Das Land gilt in der Versicherungsbranche als großer Wachstumsmarkt. Das liegt daran, dass bisher nur wenige Menschen versichert sind. Beitragseinnahmen machen dort nach Allianz-Angaben nur gut 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, verglichen mit knapp 8 Prozent in Westeuropa und knapp 3 Prozent in Mittel- und Osteuropa.

„Allianz“ ist bereits in anderen Ländern aktiv. 2007 hatte der Versicherer seine Beteiligung an der russischen „Rosno“ auf eine Mehrheit ausgeweitet und sich die französische „AGF“ durch das Herauskaufen der Minderheitsaktionäre komplett einverleibt. (dpa/dtj)