«Dogan Akhanli tritt Rückflug nach Köln mit Buch über Inhaftierung an» vom 18.10.2017 Foto: Paul White/AP/dpa

Zwei Monate nach seiner Festnahme aufgrund eines türkischen Haftbefehls in Spanien hat der deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli ein Buch über diese Erfahrung fertiggestellt. Am Vorabend seiner für den späten Mittwoch geplanten Rückkehr nach Köln sagte Akhanli der Deutschen Presse-Agentur in Madrid: «Ich habe heute Morgen die letzte Zeile geschrieben.» Die Erzählung soll im Februar kommenden Jahres unter dem Titel «Verhaftung in Granada oder Treibt die Türkei in die Diktatur?» beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen.

Akhanli war am 19. August während einer Reise in Granada festgenommen worden, aufgrund einer sogenannten Red Notice bei der Internationalen Polizeibehörde Interpol im Auftrag der Türkei. Einen Tag später kam er unter Auflagen frei, durfte Spanien aber zunächst nicht verlassen. Am Freitag vergangener Woche beschloss die spanische Regierung, den türkischstämmigen Schriftsteller nicht an die Behörden in Ankara auszuliefern. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich darüber «sehr erleichtert» gezeigt.

Die Türkei wirft Akhanli vor, 1989 an einem Raubmord in Istanbul beteiligt gewesen zu sein. Ein Freispruch wurde nach Angaben türkischer Medien 2013 aufgehoben und der Fall neu aufgerollt. Akhanli sieht in den Vorwürfen einen Vorwand, um ihn wegen seiner kritischen Haltung zu verfolgen. «Ich werde das Buch dem türkischen Präsidenten (Recep Tayyip) Erdogan schenken», sagte Akhanli mit ironischem Lächeln am Dienstagabend in Madrid.

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dpa