Der Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2013 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Wirtschaft weiterhin eine hohe Aufmerksamkeit genießtç

Die demografische Entwicklung mag den Schluss nahelegen, dass vor allem in Deutschland die Vorstellung von der Unvereinbarkeit von Familie und Karriere überwiegt und dabei ein wesentlicher Prozentsatz der Menschen im Zweifel die Karriere vorzieht.

Der Erfolg von Unternehmen, die auf eine bessere Work-Life-Balance setzen und von sich aus ein intaktes Familienleben ihrer Mitarbeiter als Teil ihres Unternehmenskonzepts verinnerlichen, weist jedoch eindeutig darauf hin, dass dieser Ansatz falsch ist.

Der Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2013 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Wirtschaft weiterhin eine hohe Aufmerksamkeit genießt. Dies gilt fast ausnahmslos vor allem für die knapp 30 Prozent der Betriebe, in denen die Geschäftsleitung eine ausgeprägt familienfreundliche Einstellung aufweist.

Unter den anderen Betrieben trifft dies immerhin noch auf drei Viertel zu. Im Vordergrund der personalpolitischen Aktivitäten stehen wie in den Vorgängererhebungen flexible Arbeitszeitmodelle und Teilzeitbeschäftigung, die Rücksichtnahme auf berufstätige Eltern bei der Planung der Arbeitsprozesse sowie die Unterstützung bei der Kinderbetreuung und Angehörigenpflege durch Freistellungen.

Familienfreundlichkeit schafft Zufriedenheit, Zufriedenheit begünstigt Erfolg

Unternehmen mit einer ausgeprägt familienfreundlichen Unternehmenskultur sind dabei mit durchschnittlich 9,6 Maßnahmen signifikant aktiver als die Betriebe mit einer nicht so ausgeprägt familienbewussten Einstellung mit 5,9 Maßnahmen.

Ferner schneiden Unternehmen, die sich durch ein stärkeres Engagement auszeichnen, bei verschiedenen Indikatoren für den wirtschaftlichen Erfolg besser ab als relativ inaktive Betriebe. Es ist dabei aber offen, ob ein familienfreundliches Engagement positive betriebswirtschaftliche Effekte verursacht oder umgekehrt eine gute wirtschaftliche Situation familienbewusstes Handeln erleichtert. Es dürfte, betrachtet man die tägliche unternehmerische Praxis, beides eine Rolle spielen.

Ob es auch einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer familienfreundlichen Unternehmenskultur und dem Unternehmenserfolg gibt? Die Ergebnisse der Erhebungen des Unternehmensmonitors lassen keinen automatischen Zusammenhang erkennen, obwohl es eine Tendenz in diese Richtung gibt. Allerdings hängt der tatsächliche Erfolg von Unternehmen ja am Ende auch in erster Linie von operativen Entscheidungen der Verantwortungsträger auf dem Markt selbst ab.