Der Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs hat zu einer ernsten Krise zwischen Russland und der Türkei geführt. Während Russland Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt hat und sie gegebenenfalls ausweiten möchte, beharrt die Türkei darauf, dass sie ihr Hoheitsgebiet geschützt habe und lehnt eine Entschuldigung ab.

Einem Bericht der türkischen Zeitung Sözcü zufolge sind Verletzungen des Hoheitsgebiets durch Flugzeuge benachbarter Länder gang und gäbe. So werde das Hoheitsgebiet der Türkei durch griechische Kampfflugzeuge fortlaufend verletzt, ohne dass dies mit Abschuss griechischer Kampfflugzeuge enden würde.

Wie die Zeitung berichtet, hat Griechenland sogar in den Jahren 1996 und 2006 zwei türkische Kampfflugzeuge abgeschossen, ohne dass dies zu scharfen Reaktionen der Türkei geführt hätte. Dabei starb ein türkischer Pilot. Der ehemalige Generalsekräter im Verteidigungsministerium der Türkei Ümit Yalım wird mit den Worten zitiert, dass griechische Militärhubschrauber den türkischen Luftraum in der Ägäis teilweise für Stunden verletzen, ohne dass dies verhindert werde oder schlimme Folgen für das beiderseitige Verhältnis hätte. Zu bedenken gilt allerdings, dass beide Länder Nato-Mitglieder sind.

Das russische Kampfflugzeug wurde durch die Türkei abgeschossen, da es nach türkischen Angaben für 17 Sekunden den türkischen Luftraum verletzt hatte.

Vorfall im israelisch kontrolliertem Gebiet

Unterdessen wurde bekannt, dass ein russisches Kampfflugzeug, das im syrischen Luftraum unterwegs war, 1,7 km in israelisch kontrolliertes Gebiet eingedrungen und deshalb gewarnt worden sei. Wie vom israelischen Verteidigungsministerium bekannt gegeben wurde, habe das russische Flugzeug auf die Warnungen reagiert und das Problem sei gelöst worden. Sie hätten das Flugzeug nicht abgeschossen, da sie wussten, dass es nicht vorhatte, Israel anzugreifen.

Der Vorfall sei über den Golanhöhen passiert, die völkerrechtlich zu Syrien gehören, aber von Israel besetzt gehalten werden.