Harte Zeiten für „Schnitzel-Walter“: Die möglicherweise geografisch der Stadt Gießen zuzuordnende und von türkischen Angehörigen dominierte Charter der Bikergang Hells Angels hat dem Besitzer des in Frankfurt am Main gelegenen Clubs „Kantana“ einen unerwarteten und nicht erwünschten Besuch abgestattet und sich dabei mit dessen vorwiegend deutschen Charterangehörigen vor Ort eine Schießerei geliefert. Dies berichtet „Focus online“.  

Vier Personen seien dabei angeschossen worden. Die Staatsanwalt geht bereits von einem internen Krieg im Rockermilieu aus, in dem es vor allem um die Macht innerhalb des Rotlichtmilieus geht.

Einem Ermittler zufolge sollen sich die türkischen Hells Angels weigern, den strengen Vorgaben der deutschen Altmitglieder zu folgen. Kopf der türkischen Rocker-Gruppe soll ein Uğur Y. sein.

Die Stadt Frankfurt will nun eine für Samstag geplante Veranstaltung der Rocker verbieten. Die Sicherheit in der Stadt sei nach dem aktuellen Vorfall nicht mehr zu gewährleisten, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank. „In Frankfurt ist kein Platz für Gewalttäter.“ Am kommenden Wochenende hätten sich mehrere hundert Rocker mit ihren Motorrädern zum City Run begeben und dort ein Treffen mit anschließender Fahrt durch die Straßen der Stadt abhalten sollen.

Die Hells Angels wurden 1948 in Kalifornien gegründet. Weltweit bekannt wurden sie nach dem Zwischenfall mit einem ihnen zugehörigen Ordner, der 1969 während eines Konzerts der Rolling Stones in Kalifornien in Notwehr einen Zuschauer erstochen haben soll, nachdem dieser unter Drogeneinfluss mit einer Schusswaffe hantiert hatte.

Mittlerweile sind die Hells Angels in 32 Ländern der Welt mit Chartern (Ortsverbänden) vertreten, in Deutschland seit 1973. Die Motorradgang basiert nach eigenen Angaben auf den Werten „Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit“. Tatsächlich soll das um sie gruppierte Rockermilieu Züge einer Parallelgesellschaft aufweisen, viele Mitglieder sollen in erhebliche kriminelle Machenschaften verstrickt sein.