Ein Etikett auf Fleischprodukten soll nach der Forderung von Juden und Muslimen in Großbritannien künftig die Schlachtmethoden kennzeichnen. Der Vorsitzende der britischen Lobbyorganisation „Shechita UK”, Henry Grunwald, und der Generalsekretär des Britischen Islamrats, Shuja Shafi, forderten in einem Schreiben an die britische Tageszeitung „Daily Telegraph” am Donnerstag klare Hinweise, ob die Tötung der Tiere jüdischen und muslimischen Regeln entspreche und „koscher” beziehungsweise „halal” sei. „Eine verständliche Kennzeichnung sollte sowohl von Glaubensgemeinschaften als auch von Tierfreunden unterstützt werden”, hieß es in dem Schreiben.

Auch der anglikanische Bischof von Leeds, Nick Baines, sprach sich laut der britischen Tageszeitung „Telegraph” für eine solche Regelung aus. Es sei wichtig, dass Menschen über ihr Essen klare Informationen erhielten. Das gehe weit über die religiösen Regeln  von Juden und Muslimen hinaus.

Anlass für die Forderungen ist ein Bericht der britischen Boulevardzeitung „The Sun” vom Mittwoch. Demnach verkauft die Restaurant-Kette „Pizza Express” ausschließlich nach islamischen Regeln geschächtetes Huhn, ohne die Kunden darüber zu informieren. Laut der Tageszeitung „Guardian” wird auch in Schulen, Krankenhäusern und für verschiedene Fluggesellschaften geschächtetes Fleisch verwendet, um Beschwerden von Angehörigen entsprechender Religionsgemeinschaften vorzubeugen. (KNA/dtj)