Kann Erdoğan Russland zur Abkehr von Assad bewegen?

Istanbul – Putin wollte in Istanbul den türkischen Ministerpräsident Erdoğan zu Gesprächen über einen Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen und internationale Fragen treffen, wie die türkische Regierung mitteilte. Es wird erwartet, dass Erdoğan Putin erneut drängen wird, jede Unterstützung für das syrische Regime zu beenden.

Russland, das als enger Verbündeter des Regimes von Syriens Präsident Baschar al-Assad gilt, hat Bedenken gegen die „Patriot“-Stationierung an der türkisch-syrischen Grenze geäußert und vor einer Eskalation des Konflikts gewarnt. Der russische Außenminister Lawrow nimmt am Dienstag erstmals seit April wieder an einem Treffen des NATO-Russland-Rates teil.

NATO-Diplomaten sagten, sie hofften auf ein Ende der „Sprachlosigkeit“ zwischen beiden Seiten. Die NATO setzt beim Abzug ihrer Kampftruppen aus Afghanistan auch darauf, einen Teil des Materials auf dem Landweg über Russland nach Europa zu befördern.

Allerdings solle öffentlicher Streit vermieden werden, auch weil die Türkei über die Bedingungen für eine Ausweitung von Gas- und Öllieferungen aus Russland sprechen wolle, berichteten türkische Medien. Die Türkei entwickelt sich zu einem Handelszentrum für Energierohstoffe. Vor kurzem unterzeichnete der russische Energieriese Gazprom langfristige Verträge in der Türkei. (dpa)