Bei Anschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind zahlreiche Menschen getötet worden. Örtlichen Medienberichten zufolge hatte ein Mann zunächst in der Al-Noor-Moschee im Stadtzentrum um sich geschossen, wo hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt waren. Später fielen auch in einer Moschee in einem Vorort von Christchurch Schüsse. Premierministerin Jacinda Ardern sprach von 40 Toten. Außerdem soll es Dutzende Verletzte geben.

Bei dem Täter in der Al-Noor-Moschee soll es sich um einen Weißen handeln. Der Mann sei gegen 13.45 Uhr neuseeländischer Zeit mit einer automatischen Waffe „reingekommen und habe auf jeden in der Moschee geschossen“, sagte ein Augenzeuge gegenüber neuseeländischen Medien. Andere sprachen von einem „Massaker“ und einem „Blutbad“ vor der Moschee. Inzwischen soll die Polizei drei Männer und eine Frau festgenommen haben. Auch Stunden nach den ersten Schüssen war die Lage weiter unklar. 

„Eine der dunkelsten Stunden für Neuseeland“

Laut den Berichten sollen zudem Sprengsätze an Fahrzeugen gefunden worden sein, die jedoch entschärft wurden. Die Polizei sprach noch nicht von einem Terrorakt. Die Bevölkerung von Christchurch rief sie jedoch auf, zuhause zu bleiben. Die Muslime Neuseelands sollten an diesem Freitag auf keinen Fall in Moscheen gehen.

In einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz nannte Premierministerin Jacinda Ardern das Geschehen eine der „dunkelsten Stunden für Neuseeland“. „In Neuseeland gibt es keinen Platz für extreme Gewalt…So sind wir nicht“, sagte Ardern.

Katholische Kirche verurteilt Anschlag: „Katholiken stehen im Gebet an der Seite der Muslime“

Mit Abscheu und Entsetzen hat die katholische Kirche Neuseelands auf die blutigen Anschläge auf Moscheen in der Stadt Christchurch reagiert. Die Katholiken stünden im Gebet an der Seite der Muslime und seien sich der guten Beziehungen zur islamischen Gemeinschaft Neuseelands „zutiefst bewusst“, hieß es wenige Stunden nach den Attacken in einer Erklärung auf der Webseite der Neuseeländischen Bischofskonferenz. Unterschrieben ist die mit „Peace, Salaam“ unterzeichnete Erklärung von den Bischöfen der neuseeländischen Südinsel sowie Kardinal John Dew, Erzbischof der neuseeländischen Hauptstadt Wellington. 

In einer eigenen Erklärung betonte Paul Martin, Bischof von Christchurch: „Unsere Verzweiflung lässt sich nicht in Worte fassen.“ Den Opfern und ihren Angehörigen versicherte Bischof Martin die Solidarität der Katholiken.

KNA/dtj