31.03.2019, Türkei, Istanbul: Ekrem Imamoglu, Bürgermeisterkandidat von Istanbul für die Republikanische Volkspartei (CHP), spricht bei einer Pressekonferenz. Bei der türkischen Kommunalwahl liefern sich die islamisch-konservative Regierungspartei AKP von Präsident Erdogan und Oppositionsparteien um wichtige Städte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach Auszählung der Hälfte aller Stimmen meldeten regierungsnahe Medien ausgerechnet für die Hauptstadt Ankara einen knappen Vorsprung des Oppositionskandidaten der Mitte-Links-Partei CHP vor dem der AKP. Die Kommunalwahl gilt als Stimmungstest für die islamisch-konservative Regierung von Präsident Erdogan. Foto: Stringer/AP/dpa

Nach einer dramatischen Wahlnacht sieht auch die türkische Wahlbehörde YSK die Opposition im Rennen um das Bürgermeisteramt in der wichtigen Wirtschaftsmetropole Istanbul vorne – um Haaresbreite.

Demnach führte der Kandidat der Mitte-Links-Partei CHP, Ekrem Imamoğlu, am Montagmorgen mit 27 889 Stimmen vor dem Kandidaten der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, Ex-Ministerpräsident Binali Yıldırım. «Für Ekrem Imamoğlu habe ich bisher die (Stimmen-)Zahl 4 159 650. Für Herrn Binali sind 4 131 761 Stimmen im System eingetragen», sagte YSK-Chef Sadi Güven in einem TV-Interview.

Denkzettel für AKP?

Offenbar legen beide Parteien noch Beschwerden ein. Dafür sind drei Tage Zeit, wie Güven sagte. Es seien weiter nicht alle Ergebnisse «ins System eingetragen». Die Resultate von 84 Urnen fehlten noch.

Istanbul war lange AKP-regiert. Das Ergebnis kommt einem Denkzettel für die AKP und ihren Parteichef gleich, den Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Landesweit siegte die AKP jedoch deutlich vor der CHP und konnte im Vergleich zu den letzten Kommunalwahlen leicht zulegen.