Berühmte türkische Schauspieler

Kürzlich feierten Filmfreunde den 100. Jahresstag der Gründung des türkischen Kinos im Palast Neukölln. Über 1.000 internationale Film-Professionals und Freunde tanzten zu den Klängen des türkischen Up Beats – ein Abend, der in Erinnerung bleiben wird. Zu Beginn der Party wurden die Film Crews der drei türkischen Festivalfilme dem Publikum vorgestellt. Die Filme sind „Mavi Dalga“ („Die blaue Welle“) von Zeynep Dadak und Merve Kayan, „Sesime Gel“ („Komm zu meiner Stimme“) von Regisseur Hüseyin Karabay und „Ağrı ve Dağ“ (Ağrı und die Berge) von Hasan Serin.

Entgegen aller Erwartungen wurde dieser Abend nicht vom türkischen Ministerium für Kultur und Tourismus, sondern von der SEYAP, einer türkischen Filmproduktionsgesellschaft, auf den Weg gebracht und von der Garanti Bank gesponsert. Zugegebenermaßen haben Vertreter des Ministeriums mit besten Absichten am Festival teilgenommen und dieses gewürdigt. Wenn man allerdings das Gesamtbild betrachtet, hätte das Ministerium hier keine Neben-, sondern eher eine Hautrolle spielen sollen.

Förderung und Strukturen

In der Türkei dümpelt ein entsprechendes Gesetz zum Filmrecht für Filmemacher noch in den Schubläden der Bürokraten und wartet darauf, kreativ gehoben zu werden. Ganz im Gegensatz dazu das groß aufgemachte Filmfestival in Berlin – die Berlinale – überall große Poster, Plakate und Werbung – ein Event im Rahmen des europäischen Filmmarktes organisiert von nationalen Filminstituten und Filmverleihern.

Und gerade darin liegt der Hase begraben: Die Berlinale präsentiert jedes Jahr drei türkische Filme, aber das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus nimmt keine Notiz davon und unternimmt von sich aus keine Anstrengungen, die nationalen Kinoproduktionen mit einer schlüssigen Strategie zu unterstützen.

Wenn es nicht die mit Hingabe und Aufopferung arbeitenden Kollegen bei der Ankara Cinema Association gäbe, die mit Unterstützung von Geldern aus der Generalfilmdirektion arbeiten – wüsste niemand etwas von den türkischen Mainstream- und Experimentalfilmen. Und das trifft nicht nur auf das Festival in Berlin zu. Genauso verhält es sich in Cannes, Toronto und Venedig, den wichtigsten Kategorie-A-Festivals mit Relevanz für den internationalen Filmmarkt.

Einheitliche Förderprogramme erwünscht

Filme, die auf diesen Festivals ins Rennen gehen, werden eher privat denn von der öffentlichen Hand gefördert, was ihnen erlauben würde, ein größeres Publikum zu erreichen. Und gerade hier liegt ein interessanter Punkt, dass nämlich die meisten unabhängigen Filmproduktionen in der Türkei zu allererst Unterstützung von der türkischen Filmdirektion erhalten.

Aber wie gesagt, es mangelt weiterhin an einheitlich abgestimmten Kulturförderprogrammen. Eine Filmproduktion umfasst mehrere Phasen: Angefangen von der Entwicklung, über die Produktion, bis hin zur Post-Produktion, Verkauf und Vertrieb. Staatliche Filmförderung muss all diese Phasen umfassen, um das nationale Kino zu präsentieren. Filme, die entsprechende Unterstützung erhalten, müssen umgehend innerhalb von zwei Jahren fertiggestellt und in den Filmverleih gegeben werden, was in der Sprache der Filmproduktion also ganzen fünf Minuten entspricht.

Vorführrechte ohne Zensur?

Wie dem auch sei, das Ministerium für Kultur und Tourismus arbeitet aktuell einem Dokument über gewerbliche Vorführrechte für türkische Filmemacher aller Dokumentar- und Spielfilme, die auf Filmfestivals gezeigt werden. Dem Dokument zufolge muss sich also ein Film, bevor er in den Vertrieb geht, um eine Veröffentlichung bewerben. Es kann also sein, dass er aus sozialen, politischen oder anderen Gründen abgelehnt werden kann. Wir erinnern uns hier an die virulente Internetdebatte in der Türkei in den vergangenen Wochen.

Also erwarten wir mit Spannung das Treffen der Generalfilmdirektion am 19. und 20. Februar, die entscheidet, welche Filmproduktionen die ersten Förderungen vom Kultur- und Tourismusministerium für 2014 erhalten. Die Filmindustrie wartet schon seit längerer Zeit auf dieses Treffen, denn das letzte Treffen dieser Art fand im Mai vergangenen Jahres statt. Bleibt zum Schluss die Hoffnung, dass das 100. Jahr des türkischen Kinos mit einer langen Liste interessanter Projekte ins Rennen startet.

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