Bülent Arinc vor dem Mikrofon

Zwischen der türkischen und israelischen Regierung gibt es eine Annäherung. „Wenn Israel einen Neuanfang starten möchte, ist die Türkei als Partner eine gute Wahlt“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arınç in einem Fernsehinterview. Ähnliche Töne kamen auch vom stellvertrtenden Außenminister Naci Koru. Man solle eine neue Seite aufschlagen, ließ er verlauten.

All das seien Methoden in der Diplomatie. Die Türkei schickt Israel positive Botschaften, schreibt die türkische Zeitung Zaman unter Berufung auf einen Diplomaten im Außenministerium. Zudem hatte die Regierungspartei AKP in der Vergangenheit 65 Millionen Dollar in den USA ausgegeben, um ein pro-israelisches Image zu bekommen.

Auf wirtschaftlicher Ebene hatten beide Länder in den vergangenen Jahren sogar ihre Beziehung massiv ausgebaut. Israelische Tanker beziehen mittlerweile im Hafen von Ceyhan kurdisches Öl aus dem Nordirak, dass per Pipeline in die Türkei gepumpt wird.  

Die Botschaften aus der Türkei kommen nach der Einigung im Atomstreit des Westens mit dem Iran. Israel ist gegen eine solche Einigung gewesen, weil es Teheran nicht vertraut. Zudem droht sich das Gleichgewicht in der Region sich zu verschieben – zum Nachteil von Israel und der Türkei. Iran ist schon jetzt ein wichtiger Spieler in der Region. Dass Alleinherrscher Assad in Syrien sich auch nach vier Jahren Bürgerkrieg an der Macht halten kann oder die Huthi-Rebellen im Jemen weite Teile des Landes unter ihrer Kontrolle halten, scheint der Erfolg Irans zu sein. Zudem macht die Hisbollah im Libanon Israel sorgen. Immer mehr Offiziere aus dem Iran mischen bei der Miliz mit. Zuletzt hatte Israel sogar einen iranischen General bei einem Angriff auf den Libanon getötet.