Auto-Peugeot Produktion in China - dpa

„China steht an der Schwelle zur konsumgetriebenen Ökonomie“, meint Vetter-Diez von HSBC-Deutschland. Andere Länder wie Indien, Indonesien oder die Türkei seien zwar noch nicht so weit, aber würden durch die Verbesserung ihrer jeweiligen Infrastruktur einen weiteren Schub in diese Richtung erhalten. Einer britischen Studie zu Folge wird sich der weltweite Warenhandel bis 2030 geradezu vervierfachen. Das lässt auch auf bessere Zeiten für die Euroländer hoffen.

Deutschland soll bereits ab 2016 kräftig an einem erstarkten Welthandel mitverdienen – vorausgesetzt, die derzeitigen populistischen Forderungen nach Drosselung des Freihandels gegenüber den USA auf Grund der NSA-Affäre bleiben heiße Luft.

Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle „Global Connections Report”, den die britische Großbank HSBC regelmäßig gemeinsam mit Forschern von Oxford Economics erstellt und der dem „Handelsblatt” vorliegt.

Gerade das Infrastrukturgeschäft boomt mit satten Wachstumszahlen von bald jährlich 10 Prozent. Die Schwellenländer stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Vor allem müssen Verkehrswege und Versorgungsnetze massiv ausgebaut werden. Allein in Asien schätzen die Experten den Bedarf auf mehr als 7,4 Billionen Euro.

Deutschland kann mit Hightech-Produkten glänzen

Für starke Know-How-Anbieter und Exporteure wie Deutschland entwickelt sich auf diese Weise ein enorm lukrativer Absatzmarkt. Schließlich machten die entsprechenden Produkte bislang bereits rund die Hälfte der deutschen Ausfuhren aus. Deutschland exportiert überwiegend Hightech-Produkte ins Ausland, denn Rohprodukte wie Straßenteer und Eisenbahnschienen können die Schwellenländer bereits selbst produzieren, nicht aber die notwendige Technik wie etwa Signale für Zugstrecken oder Rolltreppen für geplante Flughäfen.

Zwar soll es für die deutschen Exporteure 2014 und 2015 noch ziemlich mau aussehen, doch spätestens 2016 werden dann wieder Exportwachstumsraten von 4 Prozent und mehr möglich.

Am Dienstag legte das Statistische Bundesamt die Zahlen für den vergangenen August vor. Die deutschen Exporteure führten ein Prozent mehr Güter als im Vormonat aus. Damit wurde der Rückgang vom Juli in etwa ausgeglichen. Bankvolkswirte hatten jedoch mit etwas besseren Ergebnissen gerechnet.

Im Vorjahresvergleich sehen die Werte auch schlechter aus. Die Ausfuhren sanken gegenüber August 2012 um 5,4 Prozent, die Einfuhren verringerten sich um 2,2 Prozent. Die Handelsbilanz wies einen Exportüberschuss von 13,1 Milliarden Euro aus. Das waren noch 3,2 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor.