Am Wochenende fand das 39. Treffen des UNESCO Welterbe-Komitees in Bonn statt. Entschieden wurde über 38 potenzielle Weltkulturerben – darunter Diyarbakır und Izmir. Ein Urteil steht bereits fest: Diyarbakırs Stadtmauern und seine Hevsel-Gärten gehören seit Sonntag offiziell zum Weltkulturerbe. Als weiterer Bewerber fand die antike Stätte Efes (Ephesus) in Izmir Berücksichtigung.

20 von 20 Stimmen für Diyarbakır

Im Fall von Diyarbakır sollen sich – den Aussagen des türkischen Beauftragten für das UNESCO-Weltkulturerbe, Prof. Dr. Öcal Oğuz zufolge – alle 20 Mitglieder des Komitees für Diyarbakır ausgesprochen haben. „Mit einem großem Applaus wurde Diyarbakır offiziell in die Welterbeliste aufgenommen“, äußerte sich Oğuz in einem Interview erfreut.

Historische Symbole

Die Stadtmauern von Diyarbakır zählen seit jeher zum Symbol der Stadt. Erstmals wurden sie 3000-4000 vor Christus von den sogenannten Huris erbaut. Mit den Jahren blieben allerdings wenige Rückstände übrig. Die heutigen Stadtmauern gehen auf die Zeit Kaiser Constantius des Zweiten (4. Jahrhundert n.Chr.) zurück. Nach der Chinesischen Mauer, den Stadtmauern von Antiochien und Istanbul, zählen die Stadtmauern von Diyarbakır zu den längsten weltweit. Die 5700 Metern langen und 12 Meter hohen Festungsanlagen decken eine 7000 Hektar große Fläche ab.Überzeugt haben die historischen Stadtmauern vor allem mit ihren Beschriftungen, Inschriften und Relieffiguren, die an ein Freilichtmuseum erinnern. Die Hevsel-Gärten im Südosten von Diyarbakır sind dagegen ein Unikat. Einen vergleichbaren ergiebigen und fruchtbaren Boden gibt es nirgendswo auf der Welt.

„Die lang ersehnte erfreuliche Nachricht ist soeben eingetroffen“

Die Bekanntmachung machte Ömer Çelik, Minister für Kultur und Tourismus, über seinen Twitter-Account: „Die lang ersehnte erfreuliche Nachricht ist soeben eingetroffen. Die historischen Stadtmauern und die Hevsel-Gärten von Diyarbakır sowie Efes wurden in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Somit ist die Zahl der Weltkulturerben in der Türkei auf 15 gestiegen.“ Çelik bedankte sich außerdem bei den Beteiligten für ihre Beitrag beim Nominierungsprozess.

Kriterien

Für die Aufnahme in die Welterbeliste werden – laut UNESCO-Homepage – in erster Linie übergreifende Kriterien der Einzigartigkeit, der Authentizität (historische Echtheit) und der Integrität (Unversehrtheit) angewendet. Diese werden dann in Verbindung mit einem oder mehreren der insgesamt zehn UNESCO-Kriterien zur endgültigen Entscheidung in Betracht gezogen.