ARCHIV - 27.06.2016, Berlin: Aktivisten von Reporter ohne Grenzen und Amnesty International demonstrieren vor der Botschaft der Türkei und zeigen dabei ein Porträt von Erol Önderoglu, Türkei-Experte bei Reporter ohne Grenzen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der Türkei-Experte von Reporter ohne Grenzen (ROG), Erol Önderoğlu, ist in Istanbul vom Vorwurf der Terrorpropaganda freigesprochen worden. Das entschied das Gericht im Stadtteil Çağlayan nach Angaben von Prozessbeobachtern am Mittwoch. Auch die Vorsitzende der türkischen Menschenrechtsstiftung, Şebnem Korur Fincancı, und der Autor Ahmet Nesin, die im selben Verfahren angeklagt waren, wurden freigesprochen.

Hintergrund der Anklage war die Teilnahme an einer Solidaritätskampagne für die inzwischen geschlossene pro-kurdische Tageszeitung «Özgür Gündem». Die Zeitung war nach dem Putschversuch vom Juli 2016 wegen angeblicher Propaganda für die Terrororganisation PKK geschlossen worden. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte nach dem gescheiterten Putsch mehr als 100 Medien und Verlage per Dekret schließen lassen.

Ahmet Nesin im deutschen Exil

Die drei Angeklagten saßen zwischenzeitlich in Untersuchungshaft, kamen nach internationalen Protesten aber wieder frei. Prozessbeginn war im November 2016.

Einer der Freigesprochenen, Ahmet Nesin, lebt derweil im deutschen Exil und schreibt Kolumnen für das Onlinemedium Artı Gerçek. Nesin ist für seine Erdoğan-kritischen Texte bekannt.

dpa/dtj