Screenshot: Twitter

So einen geschlossenen Aufstand gegen die türkische Regierung gab es lange nicht mehr. Unter dem Hashtag #HerŞeyGüzelOlacak formiert sich ein friedlicher Widerstand gegen die Entscheidung der Hohen Wahlkommission und eine Solidaritätskampagne mit dem CHP-Kandidaten. Einige Social-Media-Teams von Stadtverwaltungen sind dabei besonders kreativ.

Nach der Entscheidung der Hohen Wahlkommission (YSK), das Ergebnis der Bürgermeisterwahl von Istanbul zu annullieren, wurde in der Türkei eine große Welle der Solidarität mit dem CHP-Politiker Ekrem İmamoğlu ausgelöst. İmamoğlu, der als Kandidat der kemalistischen CHP angetreten war, gewann die Wahl in Istanbul am 31. März hauchdünn vor Herausforderer und AKP-Kandidat Binali Yıldırım. Die AKP reichte aber viele Beschwerden ein und bewirkte am Montagabend die endgültige Annullierung der Wahlen. Die Neuwahl soll am 23. Juni stattfinden. Die Entscheidung stieß international sowie national auf scharfe Kritik.

#HerŞeyGüzelOlacak: Alles wird gut werden

In der Türkei formierte sich via Social Media Widerstand gegen diese Entscheidung. Viele Twitter-Nutzer zeigten sich solidarisch mit CHP-Politiker İmamoğlu, der den Türken Mut machte, friedlich gegen die Entscheidung zu demonstrieren. Schnell formierte sich unter dem Hashtag #HerŞeyGüzelOlacak (Alles wird gut werden) eine Kampagne. Den Slogan hatte der CHP-Politiker während des Wahlkampfes in Anlehnung an die Worte eines jungen Anhängers geprägt.

Tarkan: „Licht am Horizont viel heller als sonst“

Viele prominente Künstler beteiligen sich an der Kampagne. Darunter auch der in Deutschland bekannte und wohnhafte Popstar Tarkan. Auf Twitter schrieb er: „Gestern Nacht konnte ich nicht schlafen. Aber siehe da, am Morgen schien das Licht am Horizont viel heller als sonst. Da habe ich verstanden, dass #AllesGutSeinWird“

Dün gece gözüme uyku girmedi.
Gel gör ki sabah ufuktan doğan ışık her zamankinden daha parlaktı.
Anladım ki #HerŞeyÇokGüzelOlacak— Tarkan (@tarkan) 7. Mai 2019

Auch andere Stars beteiligten sich an der Kampagne. Besondere Aufmerksamkeit erlangten die Social Media-Beiträge von anderen Stadtverwaltungen. Vor allem touristische Stadtverwaltungen verlangten von Bürgern Istanbuls, am 23. Juni die Stadt nicht zu verlassen und sich an den Wahlen zu beteiligen.

Istanbul sollen kein Urlaub machen: „Am 23. Juni schneit es in Bodrum“

Die Stadt Adana warnte: „In Adana wird das Wetter 150 Grad sein“, das Social-Media-Team der touristischen Stadt Bodrum rechnete mit einem plötzlichen Wintereinbruch. „Man sagt, es werde am 23. Juni in Bodrum schneien.“ Am 24. Juni erwarte man aber alle Istanbuler wieder in Bodrum. Andere Seiten warnten ironisch vor einem gleichzeitigen Schnee- und Sandsturm am 23. Juni.

Belediyelerden 23 Haziran paylaşımları:
– Bozcaada’da köpekbalığı saldırı bekleniyor
– Adana’da hava 150 derece
– Bodrum’da kar yağacak
– Edremit sahili demokrasi tadilatı nedeniyle kapalı
– Marmara’da başlayan dip dalga Seferihisar’da hissedilecekhttps://t.co/edHIM0ctSo pic.twitter.com/OvXVXrrUMx— T24 (@t24comtr) 7. Mai 2019