Die prächtige Hagia Sophia dominiert das Stadtbild rund um das Goldene Horn. Erbaut als Kirche, nach der Eroberung durch die Osmanen zu einer Moschee umgewandelt, dient das historische Gebäude heute als Museum.
Der neue Istanbul-Reiseführer vom Main-Donau-Verlag stellt die Metropole in seiner Vielseitigkeit vor. Zweifellos: Nicht nur für Touristen geeignet.

Ankara mag zwar die Hauptstadt und die Türkei mag mehr als Istanbul sein. Doch die Metropole mit ihren an die 15 Millionen Einwohnern, der Geschichte, Kultur und Wirtschaftskraft ist unbestritten das Herz der Türkei. In Istanbul begegnen sich über 2600 Jahre alte Geschichte mit der Moderne, Metropole mit dem Meer, geschäftiges Treiben mit der Idylle. Hier begegnen sich zwei Kontinente: Europa und Asien.

Ob Istanbul, wie es in einer Legende zur Sprache gebracht wird, tatsächlich auf sieben Hügeln gegründet wurde, wissen wir nicht. Von diesen sieben Orten lässt sich die Stadt jedenfalls am besten bewundern:

Pierre Loti Tepesi

Eines der wenigen Orte in Istanbul mit einem Panoramablick auf den Haliç (Goldener Horn). Seine Einzigartigkeit verdankt der 55 Meter hohe Berghügel nicht nur seiner tollen Aussicht, sondern auch seiner Geschichte. Der Name des Hügels geht nämlich auf den französischen Marineoffizier und Schriftsteller Julien Viaud zurück, der sich einer Sage nach in eine türkische Frau verliebt und diesen Hügel seiner Liebe gewidmet haben soll. Zu erreichen ist der Hügel im europäischem Stadtteil Eyüp mit Bus, U-Bahn und Fähre, auch mit einer Seilbahn. Ausgiebig Zeit verbringen kann man in dem nach dem Hügel benanntem Café und dem Hotel Turquhouse. Mehr dazu

Çamlıca Tepesi

Der Çamlıca-Hügel ist der Pierre-Lotti-Hügel der asiatischen Seite Istanbuls. Er liegt im Stadtteil Üsküdar – einem der ältesten Stadtteilen Istanbuls. Der Hügel mit 262 Metern verspricht einen gemäldeartigen Blick auf den Bosporus und das Marmara-Meer. Neben Cafés, Restaurants, historischen Brunnen und Villen ist der Çamlıca-Hügel für seinen Wald bekannt. Mit verschiedenartigen Bäumen- und Pflanzenarten ist er ein beliebter Ort für Wanderlustige. Diverse Busse von Altunizade und Üsküdar befördern Touristen und Einheimische dorthin.

Bosporus-Brücke

Mit Sicherheit eines der Highlights Istanbuls. Obwohl die Brücke keine architektonischen Besonderheiten aufweist, bietet sie mit ihrer Lage einen atemberaubenden Blick auf den Bosporus. Auch ist sie die einzige Brücke der Welt, die zwei Kontinente miteinander verbindet – Asien (Üsküdar) und Europa (Ortaköy). Auch nachts ist die Brücke ein Blickfänger. Farbige Lampen an der Brücke verschönern den Anblick und dienen gleichzeitig als Warner für eventuellen Verkehr. Der Fußgängerweg zur Brücke ist seit einigen Jahren aufgrund einiger Suizidvorfälle verboten. Das Überqueren ist lediglich mit Auto oder Bussen möglich.

Kız Kulesi

Der „Mädchenturm“ (auch Leanderturm) stammt aus dem 18. Jahrhundert und befindet sich vor Üsküdar auf einer kleinen Insel. Der Name leitet sich von einer Legende ab, wonach eine Prinzessin, der ein Tod durch Vergiftung vorhergesagt wurde, von ihrem Vater im Turm eingesperrt und dort von einer Schlange gebissen wurde. Boote fahren Sie nahezu minütlich zum Turm, auf der Sie nicht nur eine gute Aussicht, sondern auch eine feine Küche genießen können. Doch Vorsicht – ein Blick in die Preisliste ist im Voraus empfehlenswert.

Galata Kulesi

Der Galata-Turm, einst als Verteidigungsanlage, Gefängnis und Feuerwache genutzt, befindet sich im Stadtteil Beyoğlu – im europäischen Teil Istanbul und wurde im 14. Jahrhundert unter den Genuesen als sog. Christus-Turm errichtet. Der fast 68 Meter hohe Turm ist seit den 1960er Jahren samt Turm, Festung und einschließlich Brunnen privatisiert und dient seither als Touristenpunkt. Dieser bietet einen atemberaubenden Blick auf den Goldenen Horn. In seinen neun Stockwerken beherbergt der Turm einen kleinen Souvenirshop, zwei Aufzüge (allerdings nur bis zur siebten Etage) und ein Restaurant in den letzten beiden Etagen mit einem extraordinärem 360° Grad-Stadtpanoramablick und einem Zugang zur Aussichtsterasse. Zu besichtigen ist der Turm täglich von 09.00-20.30. Ticketpreise halten sich im Rahmen – für inländische Touristen 6 TL und ausländische Touristen 13 TL.

Rumeli Hisarı

Die Verteidigungsanlage befindet sich im europäischem Stadtteil und am Ufer Beyoğlus und ist der Stolz der Osmanen. Konstantinopel sollte erobert werden – so der Wunsch von Fatih Sultan Mehmet, dem siebten Herrscher des Osmanischen Reiches. Im Zuge seiner Vorbereitungen für die Belagerung Konstantinopels ließ er binnen weniger Monate und unter dem Einsatz von 3.000 Arbeitern auf einem 30.000 Quadratmeter Areal die Festung erbauen. Nach der Eroberung wurde die Festung ein Symbol seiner Macht und diente seit je her zur Überwachung des Bosporus. Heute beherbergt sie ein Kanonenmuseum und einen Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte. Zur Besichtigung steht die Burganlage täglich (außer mittwochs) zwischen 09.00 und 19.00 für ein geringen Preis von 5 TL zur Verfügung. Auch eine kleine Pause kann man sich dort gönnen. Direkt am Eingang ist ein Café mit einem fantastischem Blick auf das Meer.

Adalar

Raus aus dem Istanbuler Verkehr, weg von der Hektik der Millionenmetropole? Dann machen Sie mit den Adalar (deutsch: Prinzeninseln) nichts falsch. Mit seinen im viktorianischem Stil errichteten Villen, Sommerhäusern, den dicht bepflanzten Gehwegen und Pferdewagen ist dieser Ort ein beliebtes Ausflugs- und Wochenendziel. Autos dürfen hier nicht fahren, lediglich zu dienstlichen Zwecken der Polizei, Feuerwehr und Ambulans. Die 20 Kilometer von Istanbul entfernte Inselgruppe mit insgesamt neun Inseln bietet in jeder Straße und Ecke gemäldeartige Fotoszenen. Empfehlenswert sind die vier bewohnten Inseln (Büyükada, Heybeliada, Burgazada und Kınalıada). Sitz der Verwaltung der Landkreises Adalar ist übrigens Büyükada (Große Insel), die größte Insel der Inselgruppe. Kostenaufwendig ist sie keineswegs. Aus verschiedenen Punkten befördern Fähren (Apropos Fähre: Eine Fahrt über den Bosporus ist ohnehin ein Muss für jeden Istanbul-Besucher) sowohl inländische als auch ausländische Touristen zu den Adalar. Die Preise variieren – ein Standartticket (jeton genannt) kostet 5 TL. Alle anderen Preise erfahren Sie hier.

Mehr zu den oben genannten Orten und anderen Sehenswürdigkeiten erfahren Sie in einem neuen Reiseführer, dem im Main-Donau-Verlag erschienenen Istanbul. Kultur-Reiseführer.

Wunderschöne Istanbul-Bilder, ausgesucht aus 55.000 Fotos

Was bei diesem Reiseführer hervorsticht, sind die wunderschönen farbigen Bilder. Die Redaktion hat für das Buch die neuesten Bilder verwendet und diese aus einem Pool von über 55.000 Bildern ausgesucht. Viele der Fotos wurden nach eigenen Angaben eigens für den Reiseführer geschossen.

In dieser Form ist das Buch nicht nur für Touristen geeignet, sondern auch für türkischstämmige Leser, die einen Teil ihrer Kultur neu erkunden wollen. So können sie die Hintergründe vieler Ortschaften und Begriffe in Istanbul in Erfahrung bringen, beispielsweise worauf die Bedeutung des Stadtteils Eyüp für die gläubigen Muslime zurückgeht. Sie erfahren, wo sich zum Beispiel das Museum der Geschichte der Wissenschaft und Technik im Islam befindet oder der Freizeitpark Miniatürk, wo Miniaturmodelle von Bauwerken aus der ganzen Türkei zu besichtigen sind. In dieser Hinsicht kann man das Buch nicht nur als Reiseführer bezeichnen, sondern auch als ein Einführungswerk in die Kulturgeschichte der Türkei und besonders Istanbuls.

Istanbul: Kultur-Reiseführer. Alles Wissenswerte für eine gelungene Städtetour, Main-Donau-Verlag, Frankfurt am Main; Preis: 14,90 Euro.