Frauenunterdrückung ist nicht nur in der Türkei ein großes Problem, sondern auf der ganzen Welt. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, schrieben vier junge Akademikerinnen ein Drehbuch, das genau von diesen Problemen handelt.
Frauenunterdrückung ist nicht nur in der Türkei ein großes Problem, sondern auf der ganzen Welt. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, schrieben vier junge Akademikerinnen ein Drehbuch, das genau von diesen Problemen handelt.

Ein Mädchen wird geboren und es wächst in dieser Welt auf. Auf dem Weg der Erziehung begleiten es ihre Eltern. Dem Mädchen wird beigebracht, wie man sich „gut benimmt“. Es kommt in das Jugendalter und geht langsam ohne Begleitung heraus. Doch es sollte nachts besonders vorsichtig sein. Es könnte nämlich belästigt werden oder sogar entführt, daher sollte es lieber generell vermeiden, nachts raus zugehen.

Wenn das junge Mädchen Glück hat, bekommt es eine Universitätsausbildung, aber höchstwahrscheinlich werden ihre Verwandten einen passenden Mann finden, den es heiraten kann und es wird nicht mehr die Möglichkeit haben, an die Universität zu gehen.

Möglicherweise wird diese junge Frau schließlich zu einem Fall von häuslicher Gewalt. So zumindest lautet das gängige Klischee. Aber Frauenunterdrückung ist ein reales Problem in der Türkei wie auch in anderen Ländern.

Junge Akademikerinnen schreiben Drehbuch

Von solchen Themen handelt auch ein neues Theaterstück des Unternehmens BeReZe „Kırmızı Ayakkabılı Kadınlar“ (Frauen mit roten Schuhen), das demnächst im SekizinciKat Theater aufgeführt wird. Vier Mitglieder von Tiyatro BeReZe, das 2008 von einer Gruppe junger Akademiker der Theaterschule der Ankara Universität gegründet worden war, schrieben das Drehbuch zu diesem Stück. Vorgestellt werden Erfahrungen aus dem alltäglichen Leben. Inspiriert wurde das Stück von dem Buch „Frauen, die mit Wölfen rennen“ von Clarissa Pinkola Estes.

In jeder Episode des Stücks werden verschiedene Erzählstile kombiniert: Das Stück beginnt mit einem Mädchen, das rote Schuhe liebt. Die nächste Szene zeigt ein Gespräch unter Frauen über die Rolle von Männern in ihrem Leben. Plötzlich verwandelt sich die Bühne in einen Catwalk, auf dem verschiedene Mädchenspielzeuge zu sehen sind und schließlich sieht man eine absurde Hochzeitszeremonie, die im realen Leben niemals so stattfinden würde.

Ein Zeichen gegen Frauenunterdrückung

Den vier Co-Autoren des Stücks, Firuze Engin, Sena Taşkapılıoğlu Kornhauser, Elif Temuçin und Melda Tuzluca, gelingt es, eine sehr harmonische Vorstellung auf die Bühne zu bringen, bei der sie alle Instrumente auf eine ausdrucksstarke Weise einsetzen: Körper, Stimme, Kostüme und Raum. Jede einzelne Bewegung, jedes Kostüm und jedes Requisit wurden bewusst von Regisseur Erkan Uyanıksoy auserwählt.

Ihr Ziel ist es, gegen Frauenunterdrückung in der Türkei sowie überall auf der Welt aufmerksam zu machen. Zahlreiche Beispiele der vergangenen Jahre zeigten, wie Frauen immer mehr zu Opfern häuslicher Gewalt oder wie im Fall von Özgecan Aslan von Missbrauch wurden.

„Kırmızı Ayakkabılı Kadınlar“ kann am 8.April im SekizinciKat besucht werden. Weitere Informationen finden Sie unter http://tiyatrobereze.com/en/kak.php.