Angela Merkel hat der Türkei ungeachtet der Bedeutung des Landes bei der Lösung der Flüchtlingskrise erneut eine Absage für eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union erteilt. „Ich war ja immer gegen eine Vollmitgliedschaft der Türkei (…) und das bin ich auch weiter“, sagte die Kanzlerin am Mittwochabend in der ARD-Talkshow „Anne Will“. Das wisse auch der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan.

Aus dem Nato-Land Türkei kämen derzeit zwar die meisten Flüchtlinge, dies mache sie jedoch „überhaupt nicht erpressbar“, sagte Merkel. Ihre Haltung führe aber nicht dazu, dass bei Problemen wie etwa im Flüchtlingsthema mit der Türkei nicht gesprochen werden könne. Natürlich müsse darüber gesprochen werden, „wenn die Türkei plötzlich nicht mehr so die Grenzkontrolle im Griff hat“. Zugleich betonte die Kanzlerin: „Natürlich brauchen wir uns gegenseitig.“

Die EU und die Türkei führen seit über zehn Jahren konkrete Verhandlungen über eine Vollmitgliedschaft, diese gerieten aber zuletzt ins Stocken und liegen derzeit so gut wie auf Eis. (dtj/dpa)