Die Lehramtsstudenten am Münsteraner Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) fürchten um ihre Berufschancen.

Am Wochenende haben griechische Muslime zum ersten Mal seit 90 Jahren in einer 111 Jahre alten Moschee in Thessaloniki gebetet. Das historische Gebäude, dessen Räumlichkeiten derzeit von der Stadtverwaltung Thessalonikis als Ausstellungshalle genutzt werden, wurde am Samstag von einer Gruppe von Studenten einer islamischen Schule (Madrasa) besucht.

Die Studenten, die auf Initiative des Bürgermeisters von Thessaloniki, Yiannis Boutaris, in die griechische Stadt gekommen waren, verrichteten das Mittagsgebet in der Moschee. Es war das erste islamische Gebet in dem Gebäude seit 90 Jahren. Der türkische Generalkonsul in Thessaloniki, Tuğrul Biltekin, zeigte sich höchst erfreut über die Entscheidung und fügte hinzu: „Das ist ein historischer Moment, dass eine Moschee zum ersten Mal seit dem Ersten Weltkrieg wieder für ein (islamisches) Gebet geöffnet wurde. Ich hoffe, die Moscheen in Thessaloniki und an anderen Orten in der Region werden für Muslime auch während der islamischen Feiertage geöffnet sein.“

Normalisierung durch Handel und religiöse Toleranz

Die historische Moschee wurde 1902 vom italienischen Architekten Vitaliano Poselli errichtet und 1923 von der griechischen Regierung geschlossen. Die Moschee wurde zwischen 1925 und 1963 als ein Archäologie-Museum genutzt und später zu einer Ausstellungshalle der Stadtverwaltung von Thessaloniki umfunktioniert. Zwischen der Türkei und Griechenland herrschte nach mehreren Kriegen, einem staatlich forcierten Bevölkerungsaustausch und Gebietsstreitigkeiten lange Zeit politische Eiszeit. Doch langsam scheint sich das Verhältnis zwischen Griechenland und der Türkei zu entspannen. Die ehemaligen Erzfeinde treiben heute bereits miteinander regen Handel und auf der türkischen Insel Gökçeada eröffnete jüngst eine Schule der griechisch-orthodoxen Minderheit.