Die türkische Wirtschaft zeigt sich nach wie vor in einem guten Zustand. Die Anhebung der Zinsen, die Gebührenerhöhungen für Ratengeschäfte und der Korruptionsskandal stellen 2014 jedoch Wachstumsrisiken dar.
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In der Türkei ist die Nachfrage nach Autos groß. Das zieht eine immer größer werdende Aufmerksamkeit großer Automobilkonzerne nach sich – allen voran der deutschen Branchengrößen. Auf Grund der hohen Absatzzahlen forderte der türkische Wirtschaftsminister Cağlayan VW im März auf, in der Türkei zu investieren.

Neben VW zeigt auch Opel zunehmendes Interesse am türkischen Markt. Für Opel bietet die Türkei, wo Opel zuletzt rund 50.000 Autos pro Jahr verkaufte, „großes Potenzial“, sagte Opel-Chef Karl Thomas Neumann der „Bild am Sonntag“. Neumann widersprach damit der weit verbreiteten Ansicht, sein Konzern werde von der Muttergesellschaft GM an der Expansion auf wichtige Zukunftsmärkte, wie etwa den türkischen Markt, gehindert: „Opel hat die Freiheit, alles zu tun, was für Opel gut und wirtschaftlich sinnvoll ist.“ Ein Indiz für das steigende Interesse des deutschen Autokonzerns an der Türkei ist, dass er als neuer Sponsor bei Galatasaray Istanbul eingestiegen ist.

Doch nicht nur der türkische Markt hat Zukunftspotenzial. Neumann wies gegenüber dem Blatt auf das hohe Ansehen von Opel in Russland hin: „Wir genießen hier als urdeutsche Marke fast ein Premium-Image.“ Im vergangenen Jahr habe Opel rund 80.000 Fahrzeuge in Russland verkauft. „Wir sind fast doppelt so schnell gewachsen wie der Markt“, sagte er.? Auch der General-Motors-Chef Dan Akerson sieht in Russland den wichtigsten Zukunftsmarkt für Opel. Schon in wenigen Jahren könnte der russische Markt größer werden als der deutsche, prognostizierte Akerson.