Der Deutsche Journalisten-Verband fordert von den sächsischen Ermittlungsbehörden ein entschlossenes Vorgehen wegen der Angriffe auf einen Reporter bei der Pegida-Kundgebung in Dresden. Damit erreichten die Attacken eine „neue Stufe auf der Eskalationsleiter der Journalistenfeinde von Pegida“, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken am Dienstag. Er verlangte von den Ermittlern, den Übergriff als schweren Angriff auf die Freiheit der Berichterstattung zu behandeln und die Angreifer zur Verantwortung zu ziehen.

Der Reporter Jaafar Abdul Karim, der für die Deutsche Welle (DW) arbeitet, war am Montag auf der Demonstration des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses in Dresden nach Angaben des Senders von Teilnehmern tätlich angegriffen und beleidigt worden. Er und zwei Kolleginnen, die Interviews führen wollten, seien zunächst von einer Gruppe von Demonstranten umringt und bei den Dreharbeiten behindert worden. Nach ausländerfeindlichen Beschimpfungen habe einer der Demonstranten den Reporter ins Genick geschlagen und sei geflüchtet. DW-Intendant Peter Limbourg verurteilte den Angriff und kündigte rechtliche Schritte an.

Auch die KZ-Rede des deutsch-türkischen Autors Akif Pirinçci am Montag zieht Konsequenzen nach sich. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. (dtj/dpa)

In Dresden will Jaafar Abdul Karim von Pegida-Anhängern wissen, was sie auf die Straße treibt und ob sie Angst vor ihm,…

Posted by SPIEGEL ONLINE on Dienstag, 20. Oktober 2015