Erdem Basci von der Zentralbank.

Der Gouverneur der türkischen Zentralbank, Erdem Başçı, gelobte am Dienstag entschiedene Schritte gegen die steigende Inflation und den Fall der Lira. Er kündigte am Rande einer Krisensitzung an, die Bank würde alle ihr für den Fall des Inkrafttretens eines Notfallsplans zur Verfügung stehenden Mittel nützen.

In Anbetracht der jüngsten Turbulenzen hat die Bank ihre Inflationsprognose für dieses Jahr auf 6,6% angehoben, was die Erwartungen des Marktes hinsichtlich einer Anhebung der Zinssätze im Rahmen der ersten außerordentlichen Sitzung zur Geldpolitik seit August 2011, dem Höhepunkt der Eurokrise, weiter steigen lässt.

Başçı betonte, die Bank würde nicht zögern, ihre Geldpolitik „dauerhaft“ zu straffen, wenn dies erforderlich sei, und sicherte Investoren zu, dass sie keine Bedenken hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit zu haben bräuchten – sie würde nicht auf Druck der Regierung von Zinserhöhungen Abstand nehmen.

„In der Türkei kritisieren oder loben Politiker Zentralbankentscheidungen öffentlich… ich denke nicht, dass dies die Unabhängigkeit der Bank gefährdet“, so Başçı gegenüber Journalisten während einer Pressekonferenz zur Vierteljahresentwicklung der Inflation.

„Niemand sollte auch nur einen Moment daran zweifeln, dass die Zentralbank alle ihr zugänglichen Mittel nutzen würde. Wir werden keine Zeit verlieren, Schritte in Richtung dauerhafter Straffung der Geldpolitik zu unternehmen, sollte dies notwendig werden“, so Başçı.

Erdoğan sprach sich wiederholt gegen diesen Schritt aus

Premierminister Recep Tayyip Erdoğan, der im Vorfeld der wichtigen Wahlgänge dieses Jahres, die in zwei Monaten starten, ein großes Interesse daran hat, das Wirtschaftswachstum hoch zu halten, hatte sich immer wieder als lautstarker Gegner jedweder Zinserhöhungen präsentiert und eine „Zinslobby“ von Spekulanten verdächtigt, Wachstum zu hemmen und die Wirtschaft unterminieren zu wollen.

Das Inflationsziel der Zentralbank für dieses Jahr lag bei 5%, die letzte Prognose bei 5,3. Vor diesem Hintergrund wirft die neue Schätzung von 6,6% die Planungen für das kommende Jahr weitgehend um. Başçı rechnet allerdings damit, dass die Inflation sich in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen und 2015 wieder einen Schnitt von 5% erreicht haben wird.

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