Türkei lässt sich von der Gewalt nicht einschüchtern

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bekir Bozdağ (Foto, vorne) sagte während eines Besuchs der beim Angriff auf die türkische Botschaft in Mogadischu verletzten Sicherheitskräfte, dass der Vorfall vom Samstag der erste direkte Angriff einer al-Qaida-nahen Gruppe auf eine türkische Einrichtung im Ausland war.

„Diese al-Schabaab-Terrorgruppe ist mit al-Qaida verbunden. Bis jetzt gab es keine Angriffe (der Gruppe), die direkt gegen türkische Offizielle oder eine türkische Botschaft gerichtet waren“, sagte Bozdağ. „Dies ist der erste direkte Angriff der al-Qaida auf Türken. Die Terrorgruppe (al-Schabaab) hat die Verantwortung übernommen, aber es wird Untersuchungen bezüglich der genauen Hintergründe und möglicher weiterer Drahtzieher geben.“

Mitte April war bereits ein Mitarbeiter des Türkischen Roten Halbmonds (Türkiye Kızılay Derneği) bei einem Bombenanschlag der al-Schabaab in Mogadischu getötet worden. Damals war der Anschlag jedoch nicht direkt gegen die türkische Organisation als solche gerichtet gewesen.

Am Samstag war ein mit Sprengstoff beladenes Auto in eine Wohnanlage des Sicherheitspersonals der türkischen Botschaft in Mogadischu gerast und explodiert. Der Angriff tötete Augenzeugen zufolge drei Menschen, darunter auch einen türkischen Polizeioffizier. Der getötete Offizier wurde bereits am Montag in Amasya beigesetzt.

Verletzte außer Lebensgefahr

Die bei dem Angriff verletzten Polizeioffiziere Mustafa Bozkurt, Orhan Ergül, Hakan Beyrek and Nurullah Çalışıcı wurden per Lufttransport von Mogadischu nach Ankara gebracht, wo sie seit Sonntag behandelt werden. Alle vier befinden sich außer Lebensgefahr.

Das türkische Außenministerium verurteilte den Angriff mit der stärksten Formulierung, die in einer offiziellen Stellungnahme möglich ist. Bozdağ betonte gegenüber Reportern, dass die Türkei in Somalia lediglich humanitäre Aufgaben erfülle: „Die Türkei wird mit der Ausweitung der humanitären Hilfe fortfahren und auch weiterhin dem somalischen Volk zur Seite stehen.“

Der türkische Innenminister Muammer Güler sagte auf der Beerdigung des getöteten türkischen Polizisten, dass diejenigen, die mit der Anerkennung der einflussreichen Rolle der Türkei in der Region ein Problem hätten, solche Attacken wiederholen würden. „Unsere Position, uns mit den Unterdrückten gegen die Unterdrücker zu verbünden, wird weiterhin bestehen – egal was passiert“, sagte Güler.