Untersuchungen bezüglich der Einkommen türkischer Bürger hat ergeben, dass ca 7,3 Millionen Menschen weniger als 400 TL (ca. 140 Euro) im Monat verdienen. Die Untersuchung wurde im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt, die zum 01. Januar 2012 eingeführt worden ist. Um festzustellen, wie viele Bürger aufgrund ihres zu geringen Einkommens nicht in die Krankenkassen einzahlen können wird solch ein Einkommenstest mit jedem Versicherten gemacht. Die Beiträge der zahlungsunfähigen Bevölkerung wird vom Staat übernommen. Wer einen Drittel vom Mindestlohn, ca. 1.200 TL (ca. 425 Euro), verdient, gitl als nicht zahlungspflichtig. Demnach übernimmt der türkische Staat die Krankenkassenbeiträge von über 7,3 Millionen Staatsbürgern.

Dabei ist die größte Armutsdichte in Südostanatolien zu verzeichnen. In der Stadt Sanliurfa, die rund 1,85 Millionen Einwohner hat, verdienen laut Untersuchungen 33 Prozent der Menschen weniger als 13,3 TL am Tag. Im Vergleich dazu verdienen in Istanbul nur 0.03 Prozent der Einwohner weniger als 13,3 Tl täglich. Der Einkommensuntersuchung zur Folge verdient generell jeder Zehnte weniger als 400 TL im Monat. In vielen Städten Südostanatoliens und in den ostanatolischen Gebieten sieht die Einkommenslage nicht anders aus. Viele Städte verzeichnen bei jedem Dritten Bürger weniger als 400 TL Monatseinkommen.

2011 verdienten die oberen 10 Prozent das 15-fache der unteren 10 Prozent in der Türkei. Die Klufft zwischen Arm und Reich ist ein weltweites Problem. Der OECD-Durchschnitt lag bei einem Wert von 9.8. Durchschnittlich verdienten die obersten 10 Prozent der OECD-Staaten also das 9,8-fache der unteren 10 Prozent. Im selben Jahr verdienten die oberen 10 Prozent in Deutschand das 6,9-fache und in den USA sogar das 16.6-fache.
Laut Angaben des Türkischen Statistikamts besitzt die Gruppe mit dem höchsten Einkommen rund 46,6 Prozent, während die Gruppe mit dem niedrigsten Einkommen ca. 6,1 Prozent des Gesamteinkommens besitzt.