Die türkische Wirtschaft zeigt sich nach wie vor in einem guten Zustand. Die Anhebung der Zinsen, die Gebührenerhöhungen für Ratengeschäfte und der Korruptionsskandal stellen 2014 jedoch Wachstumsrisiken dar.
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Die türkische Wirtschaft bleibt in einem guten Zustand. Im Verlauf des Jahres 2013 wuchs sie den am 31. März veröffentlichten, offiziellen Daten zufolge um 4%. Wie das türkische Statistikinstitut mitteilt, hat ein starkes letztes Quartal, in dem das Wachstum bei 4,4% lag, zu einem höheren Wert beigetragen als zuerst angenommen.

Das Bruttoinlandsprodukt erreichte übers Jahr hinweg 122,3 Milliarden Lire. „Trotz der negativen Konjunkturausblicke haben wir es geschafft, stärker zu wachsen als um jene 3,6%, die mittelfristig angenommen worden waren“, betonte Finanzminister Mehmet Şimşek in einer Erklärung.

Şimşek betonte, der wichtigste Wachstumsfaktor sei und bleibe die Inlandsnachfrage. Diese sei das Jahr über um 6,4% und im letzten Quartal um 7,4% gestiegen. Der höchste Anteil dabei käme aus dem privaten Konsum.

Korruptionsskandal gefährdet Vertrauen in türkische Wirtschaft

Allerdings seien sowohl Regierung als auch Analysten zunehmend besorgt mit Blick auf die Wachstumsaussichten des aktuellen Jahres.

In einem weiteren Statement zur Evaluierung der Wachstumszahlen meinte der stellvertretende Premierminister Ali Babacan, 2014 würde die Wirtschaft etwas langsamer wachsen als angenommen, allerdings sei er optimistisch, dass die Auslandsnachfrage gegenüber dem Jahresbeginn noch anziehen werde. Politische Turbulenzen im In- und Ausland wären stets ein Faktor, der sich auch auf die Inlandsnachfrage auswirken könne.

Die Oberste Regulierungs- und Beobachtungsagentur für das Bankwesen hatte im Februar Zuschläge auf Akontozahlungen und Teilzahlungsgeschäfte mit Kreditkarte verhängt, darüber hinaus hatte die Zentralbank die Zinsen angehoben. Dies könnte sich negativ auf Konsum und Investitionen auswirken.

Neben der Verschuldung der Haushalte und Unternehmen könnte sich auch der Korruptionsskandal bemerkbar machen, der ebenfalls Vertrauen ins wirtschaftliche Wachstum erschüttern könnte und bereits im Januar jenen Verfall der Lira ausgelöst hatte, der die Zentralbank zu einer massiven Zinserhöhung veranlassen sollte. (dtj/Hürriyet Daily News)